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Stellbergschule Homberg: Drohnen spüren Rehkitze auf

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Von: Christine Thiery

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Rettung in letzter Sekunde: Dieses Rehkitz hatten die Schüler mit der Drohne aufgespürt und damit vor schlimmen Verletzungen oder gar dem Tod bewahrt.
Rettung in letzter Sekunde: Dieses Rehkitz hatten die Schüler mit der Drohne aufgespürt und damit vor schlimmen Verletzungen oder gar dem Tod bewahrt. © Stellbergschule

Die Umwelt AG der Stellbergschule Homberg rettet Rehkitzen, die sich im Gras verstecken, das Leben. Drohnen spüren die Tiere auf. Erst danach mähen die Landwirte die Felder.

Homberg – Jedes Frühjahr sterben viele Rehkitze in der Mähsaison auf den Wiesen: Wenn die Landwirte die Tiere, die sich tief ins Gras geduckt verstecken, nicht rechtzeitig entdecken, erleiden sie schlimmste Verletzungen durch Mähwerke und verenden elendig.

Mit Dohnen, die mit speziellen Wärmekameras ausgestattet sind, kann man die Kitze jedoch aufspüren und retten. Diese Aufgabe übernimmt die Umwelt AG der Homberger Stellbergschule zusammen mit einigen Landwirten und Jagdpächtern.

Die Idee hatte die neunjährige Nele-Sophie Nitschke. Sie hat von der Aktion durchs Fernsehen erfahren und brachte sie in die Umwelt AG ein. Ihr Vorschlag stieß auf Begeisterung. Zunächst mussten spezielle Drohnen her. Karsten Waldeck von der Firma Shift aus Falkenberg und Sebastian Steckel vom TÜV stellen sie zur Verfügung – sie sind auch die Piloten der ferngesteuerten Geräte.

Umwelt AG der Stellbergschule in Homberg rettet Rehkitze

Die Wärmebildkameras orten die Tiere im hohen Gras. Dann werden Körbe über die Kitze gestülpt, die die Landwirte beim Mähen umfahren. „Bei dieser Methode kommen die Kitze nicht mit Menschen in Kontakt“, sagt Lehrerin Nicole Mengel, die die Umwelt AG leitet. So soll verhindert werden, dass die Rehmütter später die Kitze des Geruchs wegen ablehnen.

Vier Landwirte sind mit von der Partie und informieren die Gruppe, bevor sie ihre Wiesen mähen. Dann müssen die potenziellen Lebensretter früh aufstehen: Um fünf Uhr morgens gehen die ersten Helfer durch die Wiesen und suchen die Kitze, parallel dazu schwirren die Drohnen aus. Morgens lässt sich die Wärme der Tierkörper vom kalten Boden besser unterscheiden. Sobald sich die Luft erwärmt, wird es schon schwieriger.

Die Umwelt AG der Stellbergschule rettet Rehkitze vor dem Tod: Sebastian Steckel und Nele-Sophie Nitschke (vorn) zeigen eine Drohne, die die Tiere im hohen Gras aufspürt.
Die Umwelt AG der Stellbergschule rettet Rehkitze vor dem Tod: Sebastian Steckel und Nele-Sophie Nitschke (vorn) zeigen eine Drohne, die die Tiere im hohen Gras aufspürt. © Christine Thiery

Von der Idee begeistert, haben sich auch die THS-Lehrer Stephanie Schütz und Hans-Joachim Schwietering angeschlossen. Von der Kita Osterbach ist Erzieherin Corinna Wierer morgens früh mit dabei.

Umwelt AG der Stellbergschule: Es werden noch Helfer gesucht

Es gibt Kooperationen bis in das Melsunger Gebiet hinein, die sich für den Tierschutz einsetzen. Auch beim Aufstellen von Fahnen, die die Rehe abschrecken sollen, helfen Erwachsene und Kinder mit. „Immer mehr Anhänger finden sich ein“, sagt Schulleiterin Birgit Kieburg. Ähnlich wie beim Krötenzaunprojekt der Schule, das in diesem Jahr viel Unterstützung erfuhr.

Die Umwelt AG der Stellbergschule ist ein lockerer Verbund und arbeitet in Projekten, die sich über soziale Medien unterrichten. „Es gibt keine festen Unterrichtszeiten.“

Etwa 20 Erwachsene und Kinder wirken dabei mit. Und sie hoffen, dass der Kreis wächst. Gerade in der Rehkitzrettung benötige man noch Helfer und das Projekt soll auf weitere Gebiete ausgeweitet werden. Drei Rehkitze konnten bislang gerettet werden. „Die Saison geht noch bis in den Juli hinein“, sagt Nicole Mengel. (Christine Thiery)

Kontakt: Stellbergschule Homberg, Tel. 0 56 81 / 29 35.

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