Marcel Pritsch-Rehm ist der neue Borkener Bürgermeister - Montag erster Arbeitstag

Der Teamspieler tritt an

Tritt am Montag sein Amt an: Marcel Pritsch-Rehm (47) aus Arnsbach ist ab 1. Januar der neue Borkener Bürgermeister. Foto:  Brandau

Borken. Es gibt Dinge, die sind einfach unvorstellbar: Zumindest solange, bis sie tatsächlich passieren. Marcel Pritsch-Rehm aus Arnsbach gehört nun zu denen, die wissen, wie es ist, wenn Träume wahr werden.

Als der bisherige Mitarbeiter der Melsunger B.Braun AG auf den Tage genau vor einem Jahr mit seinen Kindern nach Teneriffa flog, hätte er sich nie träumen lassen, dass er ein Jahr später Bürgermeister von Borken sein würde. Aber genau so ist es gekommen: Am Montag tritt der 47-Jährige sein Amt an. Dabei ging alles ganz schnell. Im Frühjahr entschied er sich, für die Bürgermeisterwahl den Hut in den Ring zu werfen („Es wäre der Fehler meines Lebens gewesen, nicht zu kandidieren“), im Sommer folgte ein kurzer, anstrengender Wahlkampf, im Frühherbst der Wahlsieg, im Dezember der Abschied von den Kollegen bei B.Braun und die feierliche Einführung ins Amt.

Das Jahr 2015 muss für Pritsch-Rehm quasi im Zeitraffer verflogen sein.

„Die Menschen sollen sich wieder für ihre Stadt und ihre Themen interessieren.“

Marcel pritsch-Rehm

Am Montag öffnet er die Tür zum Borkener Rathaus zum ersten Mal als Chef. Marcel Pritsch-Rehm freut sich auf die neue Aufgabe. Der Amtswechsel, hofft der Arnsbacher, werde die Neugier an der Lokalpolitik wieder wecken. „Die Menschen sollen sich für ihre Stadt und ihre Themen interessieren.“

Eigene Erfahrungen

Natürlich werde ihm vieles im neuen Job erst einmal neu sein. Doch Pritsch-Rehm setzt zum einen auf die Fachkompetenz der Gremien und Mitarbeiter, zum anderen auf die Erfahrungen aus der eigenen politischen Arbeit: Als ehemaliger Vorsitzender der FWG sei er mit dem Parlament, den Ausschüssen und den Ortsbeiräten und vielen Schnittstellen vertraut. „

Niemand erwartet von mir schon jetzt das Fachwissen, das sich mein Vorgänger in 28 Jahren erarbeitet hatte“, sagt der 47-Jährige. Seine Aufgabe sei es, seine Mitarbeiter und Mitstreiter zu motivieren, mit ihnen zusammen Wege suchen. „Ich gehe als Teamspieler, nicht als Vorturner durchs Leben.“

„Ich gehe als Team-spieler, nicht als Vorturner durchs Leben.“

MARCEL Pritsch-Rehm

Sorge, dass er von seinem Team keinen Rückhalt bekommt, hat er keine: „Ich habe deutlich klargemacht, dass ich Menschen an meiner Seite brauche – auch solche, die ehrenamtlich arbeiten. Die brauchen wir, die braucht die Stadt dringend.“ Pritsch-Rehm hat das Ziel, so viele Menschen wie möglich in Entscheidungen einzubeziehen, so viele Meinungen wie möglich zu hören. Dennoch weiß er: „Ich werde es dennoch nicht schaffen, es allen recht zu machen.“

So groß die Freude und die Zuversicht aber auch sind, mit denen er das neue Amt antritt, so groß ist auch der Respekt, der damit verbunden ist, sagt der Arnsbacher, der sich selbst als Kind der Großgemeinde bezeichnet. Denn Borken, das ist für ihn nicht nur ein Wohn-, sondern vielmehr ein Lebensort. „Ich will meine Sache gut machen: Ich habe nicht nur einen Job, sondern auch eine Heimat zu verlieren.“

Von Claudia Brandau

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