Knüllwald: Alle Fraktionen unterstützen Proteste gegen Trasse

„Tennet verwirrt“

Eine Stromtrasse könnte bald an Knüllwald vorbei führen. Foto: dpa

Knüllwald. Knüllwald will die Stromtrasse Südlink, so wie sie bis jetzt geplant ist, nicht akzeptieren. Das bekräftigten die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstag. Sie folgten damit einem Antrag des Remsfelder Ortsbeirates gegen die Trasse. Alle Fraktionen unterstützen die Proteste der Bevölkerung.

„Wir sind nicht gegen die Energiewende, aber das muss auf einen vernünftigen Weg gebracht werden“, erläuterte Bürgermeister Jörg Müller. Zunächst müsse das Vorhaben gestoppt werden. Knüllwald sei besonders betroffen, alle bisherigen Vorschläge für eine Trassenführung liefen immer bei Völkershain entlang. Die Pläne betreffen auch Remsfeld und Ellingshausen.

Müller bemängelte es, dass eine Firma aus Holland Planungen in Deutschland übernähme. Das sei ein höchst unprofessionelles Vorgehen und verletzte die Hoheitsrechte der Kommunen. Es gehe nur darum, eine möglichst preisgünstige Lösung zu finden. „Tennet verwirrt die Menschen“. Es gebe keine Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen einer solchen Trasse. „Da rasen eine Million Volt durch die Leitungen“, sagte Parlamentsvorsteher Jürgen Jurgielewitsch.

Es wurde auch die Wirtschaftlichkeit der Anlagen bemängelt. Der Wirkungsgrad betrage nur 30 Prozent, erläuterte Hans-Heinrich Laabs von der UKW. Zu viele Fragen seien noch offen. Die Gemeindevertreter kritisierten den Sinn einer solchen Anlage und fragten, ob erneuerbare Energie wirklich die treibende Kraft sei. „Das Vorhaben verschandelt unsere Landschaft“, sagte Helmut Wettlaufer (SPD). „Es geht um unseren Bestand“, fügte Werner Knierim (CDU) hinzu. Das wenigste, was erreicht werden könne, sei eine Erdverkabelung. Das sei auch nicht wesentlich teurer.

Christine Thiery

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