Tortur um Flugplätze geht für Familie weiter

Wegen strengen Corona-Reisebeschränkungen: Frau mit Kindern in Gudensberg gestrandet

Können es kaum abwarten im Flieger nach Sydney zu sitzen: Mona Grebing und ihre Töchter Aquila und Lennox in Maden.
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Können es kaum abwarten im Flieger nach Sydney zu sitzen: Mona Grebing und ihre Töchter Aquila und Lennox in Maden.

Die Corona-Pandemie hat den internationalen Flugverkehr zeitweise vollkommen lahmgelegt. Mona Grebing ist mit ihren Kindern in Gudensberg gestrandet. Und das, obwohl sie eigentlich in Australien wohnt.

Gudensberg - Aufatmen kann Mona Grebing vermutlich erst, wenn sie mit ihren beiden Töchtern Lennox (8) und Aquila (5) im Flieger sitzt. Denn das Debakel um ihren Heimflug von Frankfurt nach Sydney geht weiter. So weit, dass bei der alleinerziehenden Mutter nicht nur einmal die Tränen in den vergangenen Tagen flossen.

Vor drei Wochen berichtet die HNA, dass die Flugairline Qatar Airways die Familie von der Passagierliste ihres Fluges vom 31. Dezember gestrichen hat – wegen der Corona-Einreisebeschränkung in Australien. Am selben Tag waren aber Onlinetickets für den Flug zu horrenden Preisen zu finden. Mona Grebing wurde vertröstet, die Airline stellte ihr einen Flug vier Wochen später für den 3. Februar in Aussicht. „Aber ich glaube erst daran, dass ich nach Hause komme, wenn ich in der Luft bin“, sagt Grebing.

Tickets wegen Corona erneut storniert

Sie sollte zunächst Recht behalten. Am 26. Januar werden die Tickets erneut von Qatar Airways storniert. Sie beziehen sich auf die Einreisebeschränkungen Australiens. Die Corona-Lage spitzt sich zu. Im Januar hat die australische Regierung beschlossen, dass alle Passagiere ab fünf Jahren, die am oder nach dem 22. Januar 2021 nach Australien reisen, beim Check-in einen negativen PCR-Test vorlegen müssen. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Zusätzlich wurden die Obergrenzen für internationale Ankünfte in New South Wales (Sydney), Westaustralien (Perth) sowie in Queensland (Brisbane) bis zum 15. Februar 2021 um 50 Prozent gesenkt.

„Ich hatte es eigentlich nicht anders erwartet“, sagt sie. Nun hat die Mutter Angst, dass sie gar nicht mehr ausreisen darf. Auch die Bundesregierung denkt über weitere Reisebeschränkungen nach. Noch länger in Deutschland zu bleiben, bedeutet für Grebing auch eine finanzielle Last. In Maden hat sie eine Wohnung für ihren Aufenthalt in Deutschland angemietet, der eigentlich dafür gedacht war, ihre schwerkranke Mutter zu pflegen. Ihre Töchter müssen wieder zur Schule und in die Kita. „Ich habe mich auch für das Hilfsprogramm der australischen Regierung gemeldet, aber die Aussichten sind natürlich auch nicht rosig“, sagt Grebing.

Corona: Fluggesellschaft entschuldigt sich

Auf Nachfrage der HNA entschuldigt sich die Fluggesellschaft für diesen Umstand. „Bezüglich Qatar Airways können wir Ihnen leider auch nur das sagen: Die australische Regierung hat die Anzahl einreisender Menschen angesichts der Pandemie stark eingegrenzt, was dazu führt, dass Passagieren das nächstmögliche Flugdatum angeboten wird.“ Und weiter: „Wir drücken die Daumen, dass es bald ein Fenster für Frau Grebing und ihre Familie gibt!“

Die Situation geht Mona Grebing an die Substanz. In einer E-Mail an Qatar Airways schildert sie ihren Unmut. Zunächst ohne Erfolg. Nachdem die HNA der Fluggesellschaft die Situation nochmals telefonisch als auch per E-Mail geschildert hat, erhält Mona Grebing am 30. Januar eine E-Mail der Fluggesellschaft: Sie enthält gültige Tickets für einen Flug am 4. Februar. Sie hoffe, dass dieses Mal alles klappt und mit ihren Töchtern in die Heimat darf. Denn es ist unklar, welche Beschränkungen im internationalen Flugverkehr in den nächsten Wochen greifen. „Nur schade, dass erst öffentlich Druck ausgeübt werden muss, bis etwas passiert“, gibt Mona Grebing zu Bedenken. Sie wünscht sich nur eins: mit ihren Töchtern gesund in Australien zu landen. (Linett Hanert)

Aus Sorge vor den Corona-Mutationen hat auch Deutschland strenge Einreiseverbote aus den betroffenen Ländern erlassen.

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