Beate Rhiel und Petra Nürnberger-Hommel haben eine zweijährige Weiterbildung als Begleiterin absolviert

In der Trauer nicht allein bleiben

Zwei Jahre Aus- und Fortbildung liegen hinter ihnen: Petra Nürnberger-Hommel und Beate Rhiel (vorne, von links) wurden zur Trauerbegleiterin ausgebildet. Sie bieten ihre Unterstützung überkonfessionell an und werden von den christlichen Kirchen unterstützt, von links Pfarrerin Kirsten Pflüger-Jungbluth, Pfarrer Jörg-Stefan Schütz und Dekan Dr. Helmut Umbach (alle Fritzlar). Foto: ula

Fritzlar. Wer trauert, sollte damit nicht allein gelassen werden. „Es sollte jemand da sein, der als Begleiter in der Trauer fungiert, der zuhören kann und ansprechbar ist", sagt Petra Nürnberger-Hommel. Die examinierte Krankenschwester aus Fritzlar-Rothhelmshausen übernimmt zusammen mit Beate Rhiel diese Aufgabe ehrenamtlich: Beide sind qualifizierte Trauerbegleiterinnen, die eine umfangreiche Weiterbildung über zwei Jahre absolviert haben, beide gehören zum Hospizdienst Fritzlar.

Die Familie, die Kirchengemeinde, die früher den vom Sterbefall betroffenen Menschen in der Gemeinschaft auffingen, übernehmen diese Aufgabe heute nicht mehr. Viele Menschen bleiben in der Trauer allein zurück.

„Trauernde haben aber das Bedürfnis, über den Verstorbenen zu sprechen.“

„Trauernde haben aber das Bedürfnis, über den Verstorbenen zu sprechen“, sagt Beate Rhiel, „doch sie werden nicht darauf angesprochen, weil die Unsicherheit groß ist, ob man das Thema zur Sprache bringen kann.“ Die Sprachlosigkeit führt zu Vereinsamung.

An dieser Stelle bieten die Trauerbegleiter ihre Dienste an. Es gibt inzwischen im Landkreis viele Hospizdienste, die zum Beispiel Gruppengespräche anbieten für Trauernde. Trauercafés laden ein zu gemeinsamen Gesprächen mit Betroffenen.

„Wir bieten uns an als Zuhörer und Gesprächspartner“, sagt Petra Nürnberger-Hommel. Wer trauert, brauche jemanden, der die Last mitträgt, sie gemeinsam mit dem Trauernden aushält. Ziel sei es zu erkennen, dass die Trauer zwar immer bleiben wird, aber nach erfüllter Trauerarbeit das Leben im Positiven weitergeht.

Wie man konkret helfen könne, ergebe sich aus den individuellen Gesprächen, sagen die beiden Trauerbegleiterinnen. Patentlösungen könne man nicht anbieten, da jede Trauer unterschiedlich sei. „Es geht darum zu zeigen, dass das Leben ein Geschenk ist“, sagt Dr. Helmut Umbach, Dekan des Kirchenkreises Fritzlar-Homberg.

Die beiden christlichen Kirchen arbeiten mit den Hospizgruppen eng zusammen. Die Trauerbegleitung basiere auf dem christlichen Glauben, werde jedoch überkonfessionell jedem angeboten, der um Hilfe und Unterstützung nachsucht.

Für die Pfarrer, die in Trauerfällen als Seelsroger mit den Hinterbliebenen sprechen, ist der Kontakt häufig mit der Beerdigung beendet. Auch für sie bedeutet die professionelle Trauerbegleitung eine große Entlastung.

Wer sich über die Möglichkeit einer Trauerbegleitung (auch als Begleiter sterbenskranker Menschen und Angehörigen) informieren möchte, kann sich an die Pfarrämter wenden und den Trauer- und Hospizdienst Schwalm-Eder, Tel. 05681/99200.

Die Trauerbegleiter werden nicht von sich aus ihre Dienste anbieten, sondern die Initiative sollte von den Trauernden ausgehen. Kontakt zu den beiden Fritzlarer Trauerbegleiterinnen: Petra Nürnberger-Hommel, Tel. 05622/1806, Mail: pnhommel@googlemail.com, und Beate Rhiel, Tel. 05622/6789.

Von Ulrike Lange-Michael

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