20. Künstlertreff in der Homberger Stadthalle zog viele Kreative und Besucher an

Der Treffpunkt der Farben

Setzt auf Farbe und Geflecht: Korbflechter Otto Werren aus Gudensberg verarbeitet Rattan. Selbst an seiner Brille. Foto:  Meinecke

Homberg. Für André Grabczynski stand es am Sonntag schon früh fest: Der Leiter des 20. Künstlertreffs in der Homberger Stadthalle wertete die Veranstaltung schon am Nachmittag als vollen Erfolg.

Die Besucher, sagt Grabczynski, hätten die Änderungen, die mit der Jubiläumsausstellungen einher gegangen waren, gut aufgenommen. So wurde die ehemals nachmittägliche Vernissage am Samstag in diesem Jahr erstmals in die Abendstunden verschoben.

Professor Gerhard Martin eröffnete die Ausstellung mit einem Vortrag über Haikus, einer aus Japan stammenden Gedichtform. Über 30 Künstler stellten am Sonntag ihre Werke in der Stadthalle aus, darunter allein zehn Mitglieder des Künstler-Quartiers Gudensberg.

Die Stände waren dicht umlagert, die Besucher sahen den Künstlern, wie dem Baum-Maler Norman E. Rogers aus Knüllwald, auch gerne bei der Arbeit zu. Interessant waren auch die Arbeiten von Otto W. Werren aus Gudensberg. Der ehemalige Korbflechter stellt nun keine Körbe mehr her, sondern versieht seine Gemälde mit einem Rattan-Geflecht, so wie beim Werk „Calamus Rotan im Urwald“.

Auf einem Gemälde von Any de Grab entdeckten Conni und Stephan Fanger aus Dresden amüsiert die Zeitung „Prawda“, das einstige Sprachrohr der Sowjetunion. Und das am 9. November!

Mit Kreide gemalt

Die junge Malerin Luisa Döls (17) aus Homberg überraschte mit ihrer Technik. Sie zeichnete mit Kreide auf Karton. Elisa Mand (18) aus Gudensberg präsentierte ihre kreativen Fotografien – und stieß dabei auf großes Interesse und Begeisterung – sowohl was ihre Arbeiten, als auch ihr jugendliches Alter angeht. „Wir wollen hier ja keine Rentnerparty feiern, sondern auch junge Leute mit ins Boot holen“, sagte Elisa Mands Standnachbar Otto Werren.

„Wir wollen hier ja keine Rentnerparty feiern, sondern auch junge Leute mit ins Boot holen.“

Otto Werren

Im oberen Stockwerk der Stadthalle befand sich eine kleine Fotoausstellung mit großer Idee: Sie zeigten Aufnahmen des neuen Homberger Alltags von neun Flüchtlingen aus Eritrea, Afghanistan, Sri Lanka und Äthiopien. Der Homberger Michael Toscher las aus seinem Buch „Jeremy und die Feuersekte“.

Pianist Otto Pirn sorgte für eine dezente musikalische Untermalung am Flügel.

Die große Resonanz zeigte es: Die zweitägige Ausstellung ist nicht mehr aus der Kreisstadt wegzudenken.

Von Michael Meinicke

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.