Im Waberner Storchenhorst wird um Pauline gekämpft - Gelege ist gefährdet

Die Treue hat Grenzen

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Reges Leben im Storchenhorst: Paul und Pauline versuchen sich dort niederzulassen, aber der frühere Gefährte von Pauline, genannt Felix, macht den beiden das Brüten schwer. Fotos: 

Wabern. Sie sehen so friedlich und verliebt aus, die Störche im Horst auf dem Schornstein der Schreinerei Mose in Wabern. Doch die Idylle hat Risse, wie Storchenexpertin Ulrike Mose in den vergangenen Tagen und Nächten erlebt hat.

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Inzwischen tobt eine heftige Auseinandersetzung rund um das Nest, das vor drei Wochen von Störchin Pauline erneut ausgewählt wurde. „Die Storchendame Pauline vom Vorjahr hat sich in diesem Jahr einen Partner Paul mitgebracht und wird schon eine Woche lang vom letztjährigen Partner Felix aufs Schlimmste angegriffen“, schreibt Ulrike Mose. Die sprichwörtliche Partnertreue sei offensichtlich nicht so wichtig wie die Horsttreue.

Sie hat eine Art Tagebuch geschrieben und festgehalten, was seit dem 22. März passiert ist auf ihrem Schornstein.

Ein Auszug

• 22. März 2010: Weißstorchpaar Nummer 2 ist eingetroffen. Heute Nachmittag gab es um die bisherigen besetzten Horste in Wabern ein wenig Geplänkel: ein Storchenpaar fand offenbar Gefallen an dem Horst auf dem Schornstein. Das Paar ist bekannt aus dem Vorjahr: sie hört auf den wenig prosaischen Namen (DEW)3X353 (ergo: Pauline), während er eigentlich zweifelsfrei von Schornsteineigentümerin Ulrike Mose als ‘Felix’ erkannt wurde.

• 23. März: Weissstorchkorrektur: Hallo, war doch wohl ein Wunschdenken, dass das Pärchen Pauline + Felix vom Schornsteinnest zusammen einfliegt. Nach genauer Beobachtung kam die ganze Wahrheit ans Licht. Pauline hat sich ein fremdes Männchen mitgebracht.

• 28. März: Storchenkämpfe: Am Vormittag kam es zu heftigen Kämpfen. Gegen 10.30 Uhr attackierten vier Störche den Schornsteinhorst. Das Pärchen Pauline + Paul wehrte die Angriffe erfolgreich ab.

• 2. April: Schwerer Horstkampf auf dem Schreinereischornstein. Das frühere Storchenmännchen Felix ist gestern in seinem Sommerquartier in Wabern eingetroffen. Sogleich kam es zwischen den beiden Männchen Felix und Paul sowie auch dem Weibchen Pauline zu einem heftigen und blutigen Kampf. Paul wurde erneut kräftig über dem rechten Auge getroffen. Pauline hat eine Verletzung am rechten Flügelansatz.

• 4. April: Nächtliche Kämpfe auf Schornsteinnest Wabern. Heute Nacht um 2.30 Uhr wurden wir von lautem Storchengeklapper und kräftigen Kämpfen geweckt. Mitten in der Nacht und trotz der Dunkelheit kam es zu einem erneuten Angriff von dem Storchenmännchen Felix. Fast eine Stunde ein Kampf.

• 8. April: Gestern nachmittag sah es so aus, als wäre es auf dem Schornsteinnest zu einer erneuten Eiablage gekommen. Heute Nacht hat sich nun meine letzte Hoffnung zerschlagen, dass es in diesem Jahr mit Pauline + Paul zum Nachwuchs kommen könnte. Um 1.30 Uhr war es wieder so weit: Das Storchenmännchen „Felix“ kam, ließ sich drei Mal ins Nest fallen und attackierte das Brutpärchen. Wenn wirklich noch (wieder) Eier im Nest waren, wurden sie bei diesem Kampf zerstört. Schade!! (ula)

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