So trieben es die Rittersleut

Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein zogen viele hundert Besucher an

+
Volle Einsatzbereitschaft zeigte das mittelalterliche Volk bei den Ritterspielen

Wallenstein. Ritter und herrschaftliche Damen, Spielleute, Handwerker und Händler: Das Burgfest und die Ritterspiele auf Burg Wallenstein versetzten hunderte Besucher zurück ins Mittelalter.

Neben dem Burgmarkt mit Nützlichem und Dekorativem belustigten rund zwei Dutzend Rittersleute mit einem abwechslungsreichen Mittelalter-Spektakel die Gäste. Die Mitglieder der Buchonischen Ritter sowie des Ritterbundes Fulda zeigten ihr Lagerleben und präsentierten alte Handwerkskünste wie Bronzeguss, das Weben von Borden und das Färben von Wolle mit Birkenblättern und Zwiebelschalen.

Die Burg wurde erstürmt

Gaumenfreuden gab es beim historischen Schau-Kochen: Geröstete und mit Honig karamellisierte Haferflocken, Semmelknödel mit Bohnenmus und Fleischbällchen sowie Krummkrapfen – ein in Fett ausgebackener Teig aus Mehl, Eiern und Käse – mit Sauerkirschsoße machten Appetit auf mehr.

Der Koch wurde geteert

Aber es fehlte auch nicht an Show-Elementen: Der Küchenmeister musste sich beispielsweise wegen eines kleinen Vergehens in einer Gerichtsverhandlung zu verantworten. Die Strafe vollzogen die jüngsten Festbesucher: Vom Nachwuchs durchgekitzelt und mit klebrig-süßer Paste geteert, zeigte sich der Bösewicht rasch geläutert. Der Herold garnierte die Vorstellung mit markigen Kommentaren und der Narr gab seine Eskapaden zum besten. Bei Sauhatz, Ringe stechen und Hälse schlagen wetteiferten die Recken zu Pferde um die Gunst der Burgherrin. Der Höhepunkt war die Erstürmung des 700 Jahre alten Burggemäuers.

Hunderte Besucher bei Burgfest und Turnierspielen in Wallenstein

Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein
Burgfest und Turnierspiele in Wallenstein © HNA

Hintergrund: Kurioses aus dem Mittelalter

• Die Kopfbedeckungen zeigten im Mittelalter nicht nur den Stand an, sondern hielten auch die in der Haarpracht eingenisteten Tierchen zusammen: Schließlich wollte man seine Läuse nicht mit anderen teilen.

• Der Ausdruck „Scheißwetter“ entstand, als bei heftigen Regengüssen die aus den Fenstern gekippten menschlichen Hinterlassenschaften von den Straßen gespült wurden.

• Die Ausdrücke „blau sein“ und „blau machen“ entspringen der mittelalterlichen Wollfärberei: Der Färber musste abends tüchtig saufen, um am Morgen kräftig ins Färbegut pinkeln zu können. Nach stundenlanger Wartezeit führte eine chemische Reaktion zur gewünschten Indigo-Färbung. (zse)

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.