Trockenheit bedroht Getreideernte im Kreis - Förster und Landwirte besorgt

Die anhaltende Trockenheit setzt dem Getreide zu. Die Landwirte der Region befürchten für dieses Jahr Ernteausfälle. Foto: dpa

Der vergangene Mai war der trockenste seit 70 Jahren - Meteorologen schlagen Alarm. Unter dem fehlenden Regen leiden auch Land- und Forstwirte im Kreis.

Sie befürchten große Schäden an Bäumen und Getreide. „Wir stehen aktuell vor einem großen Problem“, sagt Stefan Strube vom Regionalbauernverband Kurhessen. „Laut Deutschem Wetterdienst sind im Zeitraum März bis Mai nur 109 Liter pro Quadratmeter gefallen. Das sind 43 Prozent weniger, als der Durchschnitt.“ Zurzeit rechnen die Landwirte mit deutlich weniger Ertrag und einer vorgezogenen Getreideernte.

Auch Forstwirte im Kreis sind besorgt. „Die Bäume leiden aktuell sehr unter der Trockenheit. Neu gepflanzte Bäume können nicht richtig anwachsen und sterben“, sagt Ulrich Gerhold, stellvertretender Forstamtsleiter in Jesberg. Weil die Bäume hauptsächlich im Sommer wachsen, brauchen sie gerade in dieser Phase viel Wasser.

In Melsungen ist die Lage noch nicht ganz so kritisch. „Noch können die Bäume in unserem Revier die Trockenheit ganz gut kompensieren, weil wir ein sehr nasses Frühjahr hatten“, sagt Jan Stetter, Leiter des Forstamts Melsungen. Bei der Fichten-Ernte stellen die Forstarbeiter in Melsungen eine gute Harzbildung fest. Die spricht für eine gute Versorgung der Bäume. „Aber wenn die Trockenheit weiter anhält, wird es schwierig“, sagt Stetter,

Auch Rinder- und Schafhalter sind von der anhaltenden Trockenheit betroffen. „Durch den fehlenden Regen gibt es einen deutlichen Ernteausfall beim Grundfutter, es ist einfach weniger Wiesenschnitt da.“ Genau den bräuchten die Rinder und Schafe aber als Nahrung. Das treffe besonders Schäfer und Milchviehbetriebe.

Wie sich die Ernteausfälle auf die Preise für Getreide auswirken, ließe sich noch nicht sicher sagen. Strube: „Wir hoffen und warten auf Regen.“

Die Kombination aus Hitze und und wenig Wasser verursacht bei Pflanzen Hitzestress. Da dadurch die Photosynthese beeinträchtigt ist, kommt es zu geringerem Wachstum und Anfälligkeit für Krankheiten. Bei anhaltender Trockenheit wirkt sich der Hitzestress auch auf die Qualität von Getreide aus.

Nach Angaben von Stefan Strube vom Regionalbauernverband Kurhessen macht sich das bei der Kornbildung und dem Nährstoffgehalt bemerkbar. Gerade die Gerste im Kreis sei davon betroffen. Die Pflanze bildet weniger Korn, im Korn selbst ist weniger Eiweiß enthalten. Strube rechnet in diesem Jahr mit 30 Prozent weniger Ertrag bei der Getreideernte.

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