Trotz Extremwetter kaum Unfälle

Kälte und Schnee fordern Einsatzkräfte im Kreisteil Fritzlar-Homberg

Räumkommando Gemeinsam schaufelt es sich eben doch am besten: Am Montagvormittag gab es in der Homberger Freiheit kein Durchkommen mehr. Bevor sich das Räumfahrzeug an die Arbeit machen konnte, griffen von links Michael Dippel, Hartmut Wiegand und Georg Brandau zum Schneeschieber und schaufelten kurzerhand gemeinsam die Straße wieder frei. Spaß und Muskeltraining waren da natürlich inklusive
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Räumkommando Gemeinsam schaufelt es sich eben doch am besten: Am Montagvormittag gab es in der Homberger Freiheit kein Durchkommen mehr. Bevor sich das Räumfahrzeug an die Arbeit machen konnte, griffen von links Michael Dippel, Hartmut Wiegand und Georg Brandau zum Schneeschieber und schaufelten kurzerhand gemeinsam die Straße wieder frei. Spaß und Muskeltraining waren da natürlich inklusive

Trotz vereister Straßen kam es auch im Kreisteil Fritzlar-Homberg zu keinen schwereren Verkehrsunfällen. Zwischen Römersberg und Zimmersrode kam ein Auto von der Fahrbahn ab und landete im Graben. Ein Lastwagen ist bei Mörshausen liegen geblieben, so die Polizei in Homberg. Ähnliches schildert die Polizei in Fritzlar:„Viel Schnee, wenig Schaden.“ Es gab vereinzelt Alleinunfälle, bei denen Autos von Straßen abkamen – glücklicherweise ohne größere Schäden.

Kälte fordert die Einsatzkräfte

Der heftige Schneefall stellt nicht nur viele Verkehrsteilnehmer vor große Herausforderungen, sondern auch die Städte und Gemeinden im Kreisteil Fritzlar-Homberg. Die Frage, die sich ihnen stellt, ist: Wohin mit den Schneemassen?

„Die Straßenmeisterei in Gudensberg ist auch in der Nacht zu Montag wie auch den ganzen Tag dauerhaft im Einsatz“, sagt Helmut Richter, Leiter der Straßenmeisterei in Gudensberg. Das Gute sei, dass der Wind am Montag etwas nachgelassen habe, „sodass der Schnee nicht weiter auf die bereits geräumten Fahrbahnen fliegt“, sagt er. Wegen der Kälte ziehe sich der Einsatz der Mitarbeiter der Gudensberger Straßenmeisterei aber auch weiter bis in die späten Abendstunden. „Es gibt immer noch schneebedeckte Straßen, aber so länger wir im Einsatz sind, umso mehr entspannt sich die Lage“, hofft Richter. Da sich die Kälte auch in den kommenden Tagen nicht verabschiede, rechnet Richter damit, dass seine Mitarbeiter die ganze Woche damit beschäftigt sein werden, Straßen frei zu räumen, zu streuen und für Autofahrer sicherer zu machen.

In Edermünde liegen 30 bis 40 Zentimeter Schnee. Das macht der Gemeinde zu schaffen. In Facebook-Posts werden die Bürger am Montagvormittag deshalb um Verständnis für die vielerorts noch ziemlich angespannte Lage gebeten. „Die Räumdienste werden einige Stunden benötigen, um die Wege frei zu machen.“, hieß es unter anderem. Unterstützt wurden die Mitarbeiter der Gemeinde laut Bürgermeister Thomas Petrich teilweise von Landwirten, so etwa in Besse. Vorerst könne der Schnee nur von den Straßen beiseitegeschoben werden. Eventuell werde ab Mitte der Woche begonnen, den Schnee aus den Orten hinauszuschaffen. Doch vorerst gehe es darum, so viele Straßen wie möglich freizuräumen. „Zuerst die Hauptstraßen, dann in den Wohngebieten“, sagt Petrich.

Währenddessen hatten Teams des Technischen Hilfswerks (THW) auf den Autobahnen jede Menge zu tun, denn dort – unter anderem auch auf der A7 an der Anschlussstelle Homberg – standen Last- und Sattelzüge teilweise über 12 Stunden im Stau. Gemeinsam mit Autobahnpolizei und Autobahnmeisterei war das THW damit beschäftigt, die festgefahrenen Laster freizuziehen, damit die Fahrer ihre Fahrt fortsetzen konnten. Damit waren sie laut Polizei bis in die Abendstunden beschäftigt.

Gute Vorbereitung ist alles

Im Schnee tollen, Schlitten fahren, gemeinsam anpacken: Die heftigen Schneefälle stellten zwar viele Menschen vor Herausforderungen. Sie sorgten aber auch für zahlreiche tolle Momente. Wer vorbereitet war, konnte gelassener in diese Woche starten.

So etwa auch die Feuerwehr aus Homberg. Drei Fahrzeuge rüsteten die Einsatzkräfte bereits am Wochenende mit Schneeketten aus. „Wir sind gut vorbereitet“, sagt Wehrführer Matthias Poppitz, der angesichts des Wetterchaos ruhig bleibt: „Bei solchem Wetter rechnen wir mit weniger Einsätzen, weil sich die Menschen vorsichtiger verhalten.“

Die Feuerwehren in Gudensberg und Fritzlar rufen seit dem Wochenende die Menschen zu einer gemeinsamen Aktion auf: Damit im Falle eines Feuers alle Hydranten weiterhin schnell zugänglich sind, schaufeln die Mitglieder der Feuerwehr diese in Ortsteilen frei von Schnee. Die Bürger seien dazu aufgerufen, mitzumachen. Als gutes Beispiel geht Hubert Weinreich aus Gudensberg voran, der einen eingeschneiten Hydranten an der Frankfurter Straße in Gudensberg von Schnee und Eis befreit hat.

Ganz sportlich nahmen zwei Männer im Fritzlarer Stadtteil Werkel die Tatsache, dass die Seitenstraßen in dem Ort fast nicht geräumt waren. Auf der geschlossenen Schneedecke fuhren sie Snowboard. Und da Werkel nun mal nicht in den Alpen liegt, es schlicht an Bergen und tollen Abfahrtmöglichkeiten mangelt, banden sie kurzerhand ein Seil an einen Geländewagen, rauf aufs Snowboard, Schutzhelm an und schon ging die Fahrt durch die sonst leeren Straßen los.

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