Gesamtschule wollte Flure vor den Toiletten überwachen

Überwachung mit der Kamera darf nicht sein

Schwalmstadt. Schmutz, Gestank, Bakterien und beschmierte Wände – Schultoiletten haben schon immer und fast überall einen schlechten Ruf. Mithilfe von Videoüberwachung in den Fluren vor den Toiletten wollte man kürzlich an der Carl-Bantzer-Schule (CBS) in Ziegenhain Probleme dieser Art in den Griff bekommen.

Das Projekt scheiterte allerdings aus datenschutzrechtlichen Gründen – nachdem die Elternschaft bereits in einem Brief über das geplante Vorhaben informiert worden war. Die schulischen Gremien hätten sich für eine solche Maßnahme ausgesprochen, verteidigt Schulleiterin Heidrun Elborg die Idee. Bestreben der Schule sei es, dass die Kinder hygienische Standards vorfänden, die denen zuhause entsprächen. Leider hätten einzelne Eltern nun das Projekt gekippt, weil sie „durch die beabsichtigte Maßnahme die Persönlichkeitsrechte ihrer Kinder gefährdet sahen“, teilte sie in einem weiteren Elternbrief mit.

Diese Persönlichkeitsrechte sahen auch das Staatliche Schulamt als übergeordnete Behörde und der Landkreis als Schulträger bedroht. Die beiden zuständigen Verwaltungen waren bei den Überlegungen nicht mit ins Boot geholt worden. Mit dieser Idee sei man wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen, ist Franziska Mainczyk, Juristin am Staatlichen Schulamt in Fritzlar, überzeugt. Eine Videoüberwachung im laufenden Schulbetrieb sei vollkommen inakzeptabel. Das betont auch die Leitende Schulamtsdirektorin Waltraud Credé. Zudem seien Schulen nicht eigenständig genug, solche Entscheidungen allein zu treffen. Das unterstreicht auch Vizelandrat Winfried Becker. Eine solche Kontrolle an Schulen sei nur in Ausnahmefällen mit vielen Auflagen möglich. Aktuell gebe es das nur an der Borkener Gesamtschule, und dieses System sei im Außenbereich und an eine Einbruchmeldeanlage gekoppelt. Hintergrund, Zum Tage

Von Sylke Grede

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