2011 werden rund 90 Arbeiter der Baunataler Diakonie Kassel in neue Werkstatt in Malsfeld wechseln

Umzüge schaffen Luft für Logistik

Eintüten für VW: Matthias Berndt (links) und Markus Knop (rechts) verpacken unter den Augen von Werkstattleiter Oliver Pick, dem Diakonie-Bereichsleiter Arbeit, Armin Gutwald, und Minister Jürgen Banzer (von links) Kunststoffbolzen. Fotos:  Dilling

Malsfeld/Baunatal. Wer ein körperliches oder geistiges Handicap hat, muss oft beschwerlich lange Wege zur Arbeitsstelle in Kauf nehmen. Der Fahrdienst der Baunataler Diakonie Kassel sei täglich 5000 Kilometer unterwegs, sagt Georg Daher, Einrichtungsmanager der kirchlich-diakonischen Einrichtung, die in Nordhessen behinderten Menschen Arbeit und Wohnung bietet. Beschäftigte der Baunataler Werkstätten benötigten bis zu 1,5 Stunden zur Arbeitsstelle, ergänzt Werkstattleiter Oliver Pick.

Für rund 90 von ihnen werden 2011 die Wege deutlich kürzer. Sie ziehen in die dann fertiggestellte neue Behindertenwerkstatt im Industriegebiet des Malsfelder Ortsteils Ostheim um. Weitere wechseln aus der Diakonie-Werkstätte Wabern nach Malsfeld. In einem terminalartigen Komplex, der 4,6 Millionen Euro kosten wird, entstehen dort 120 Arbeitsplätze für behinderte und 15 weitere für schwerbehinderte Menschen.

Hessens Staatsminister Jürgen Banzer hat gestern den Diakonie-Vorständen Pfarrer Joachim Bertelmann und Harald Thiel einen Bewilligungsbescheid über 1,3 Millionen Euro übergeben.

„Wir sind auf dem Weg zu kleinteiligeren Strukturen, weg von den Rieseneinrichtungen“, sagte Banzer. Es gehöre zum neuen Konzept des Landes Hessen, behinderten Menschen mehr Entscheidungsfreiheit dafür zu geben, was sie und wo sie arbeiten und leben wollen. Dieses Ziel verfolgt auch die Baunataler Diakonie. Von den ehemals bis zu 500 Beschäftigten in den Baunataler Werkstätten verbleiben 380. Außerdem werden bis zu 15 Mitarbeiter aus dem Betreuungsbereich und der Technik nach Malsfeld wechseln.

Der personelle Aderlass bedeute aber keinen Leerstand, sagt Pick. Die Einrichtung sei ohnehin nur auf 300 Beschäftigte ausgelegt. Außerdem erhalte man so zusätzlichen Raum, um Komponenten, die in der Werkstatt montiert und dann an andere Auftraggeber geliefert werden, zwischenzulagern. Baunatal könnte so zum Logistikzentrum für alle Arbeitseinrichtungen der Diakonie werden. (nh)

Von Peter Dilling

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