Anbau in Züschen geplant

Unterricht im Container: Landkreis lehnt Neubau der Regenbogenschule ab

Sie werden in einem Container(Bild unten) unterrichtet: Die Erstklässler der Regenbogenschule in Züschen. Fotos: Zerhau

Züschen. Mit dem neuen Schuljahr erfüllt sich ein Wunsch von Lehrern und Eltern der Regenbogenschule: Alle 65 Schüler werden an einem Standort unterrichtet. Der Landkreis hat zwei Container auf dem Schulgelände in Züschen aufgestellt.

Das erste und dritte Schuljahr ist dort untergebracht. Nur zum Sportunterricht geht es weiter nach Lohne. Ein anderer Wunsch, den auch die Fritzlarer Stadtverordneten hatten, wird hingegen nicht wahr: Es gibt keinen Schulneubau.

„Es gibt dafür keine Notwendigkeit“, sagt Landrat Winfried Becker auf HNA-Anfrage. Stattdessen soll die Schule in Züschen einen Anbau mit zwei Klassenräumen erhalten. Das hat der Landkreis als Schulträger entschieden.

„Ein Neubau ist immer besser und bringt bessere Voraussetzungen für den Unterricht, als wenn man mit einem Anbau Kompromisse machen muss“, sagt Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat im HNA-Gespräch dazu.

Die Regenbogenschule war eine Grundschule mit zwei Standorten: Züschen und Lohne. Nachdem das Schulgebäude in Lohne wegen Baumängeln geschlossen wurde, mussten die Schüler in das Dorfzentrum ausweichen (wir berichteten). Es gab eine vor allem in Züschen und Lohne emotional geführte Diskussion um den künftigen Schulstandort.

Die Stadtverordneten sprachen sich bei zwei Gegenstimmen für die Zusammenlegung auf einen Standort und einen Schulneubau aus. Der wäre aus Sicht des Landkreises jedoch nur dann gerechtfertigt, wenn eine zweizügige Grundschule entsteht. Dazu müsste der Grundschulbezirk Fritzlar neu geordnet und neben Lohne auch die Grundschule Obermöllrich geschlossen werden.

„Das ist keine Option“, erklärt Spogat.Gegenüber einer Neuordnung des Schulbezirks und der Aufgabe einer Standortes sei ein Anbau in Züschen „das kleinere Übel“. Spogat wollen den Magistrat in seiner Sitzung am kommenden Montag über die Entscheidung informieren.

Ein Neubau würde laut Landrat Becker etwa drei Millionen Euro kosten. Das von den Fritzlarern hervorgebrachte Argument, die Stadt habe mit den 2,7 Millionen Euro gezahlte Schulumlage den Bau bereits bezahlt, lässt der Landrat nicht gelten. „Die Schulumlage ist dazu da, beim Kreis Geld anzusparen“, sagt Becker.

Der Schwalm-Eder-Kreis investiert in den Schulstandort Züschen 700 000 Euro. 310 000 Euro entfallen auf die energetische Sanierung des bestehenden Gebäudes. Neben einer Wärmedämmung sind neue Fenster und Türen im Verwaltungstrakt sowie ein neues Dach geplant. 390 000 Euro kostet der Anbau mit den beiden Schulklassen. Hinzu kommen die Ausgaben für die Container. Die monatliche Miete beträgt zusammen 1000 Euro.

In diesem Jahr würden die Bauarbeiten für den Anbau nicht mehr beginnen, erklärt Landrat Becker. Da die Container stehen, würde das Problem nicht drängen.

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