Patrick Kasaija (41) aus Uganda ist neuer Seelsorger der Pfarrgemeinde Herz Jesu in Gudensberg

Unterwegs im Auftrag des Herrn

Neues Zuhause: Patrick Kasaija (41) ist der neue Pfarrer der Herz-Jesu-Gemeinde. Im Bild ist er in der Kirche in Gudensberg zu sehen, zuständig ist er auch für Edermünde und Niedenstein. Foto: Dewert

Gudensberg. Patrick Kasaija mag Volksmusik, Pünktlichkeit und Kartoffeln mit Hering. „Er wäre ein richtig guter Deutscher“, sagt Gudensbergs Gemeindereferent Hubert Ziegler.

Patrick Kasaija kommt aber aus Uganda, ist 41 Jahre alt und neuer Seelsorger der Pfarrgemeinde Herz Jesu Gudensberg. Mit Professor Dr. muss man ihn nicht anreden, auch wenn er diese Titel inne hat. Patrick Kasaija lacht viel und herzlich. Seine gute Laune ist ansteckend. Wer glaubt, das wäre ein Zeichen mangelnder Ernsthaftigkeit, täuscht. Nach wenigen Minuten mit Patrick Kasaija spürt man, wie wichtig ihm der Glaube, seine Arbeit und die Menschen sind.

Kasaija tritt in Gudensberg, Edermünde und Niedenstein die Nachfolge von Janislaw Jalynski an, der die Pfarrgemeinde 24 Jahre lang betreute.

Der Priestermangel in Deutschland sei einer der Gründe, warum im Schwalm-Eder-Kreis von zwölf Priestern sechs aus Afrika, Polen und Ungarn kommen, sagt Hubert Ziegler.

Patrick Kasaija ist einer von ihnen. Er ist seit zwei Jahren in Deutschland. Er arbeitete bereits in Schröck, Ginseldorf und Ziegenhain. Dort begann seine Zeit in Deutschland. „Oh, die Ziegenhainer hatten viel Geduld mit mir“, sagt er rückblickend. Das habe nicht zuletzt an der guten Anmoderation seines dortigen Vorgängers gelegen: „Ihr bekommt jetzt einen Pfarrer aus Afrika, der ist schwarz und er spricht noch nicht so gut deutsch. Seid nett zu ihm, der ist klasse“, hatte dieser in etwa gesagt. Und so sei er mit offenen Armen empfangen worden.

Anfängliche Berührungsangst

Nach anfänglicher Berührungsangst hätten ihn die Gemeindemitglieder im Supermarkt schon mal gefragt, was er denn in Uganda so gegessen habe, wie die Häuser aussähen und wie die politische Situation sei. Am ersten Tag seines neuen Amtes kam nach einer Beerdigung ein Familienangehöriger auf ihn zu und sagte: „Das war so einfühlsam, als würden sie schon seit 20 Jahren hier leben.“ „In solchen Momenten weiß ich, warum ich Pfarrer geworden bin“, sagt Kasaija.

Die kirchliche Arbeit unterscheidet sich in den beiden Ländern sehr: nicht inhaltlich, aber strukturell. Eine Predigt dauere schon mal bis zu einer Stunde und im Gottesdienst wird getanzt, gesungen und gelacht. Zwei Stunden lang. Seinen Ziegenhainern Gemeindemitgliedern habe er afrikanische Lieder beigebracht. Mittlerweile sind sie so etwas wie eine Hymne geworden.

Patrick Kasaija hat in seiner kurzen Zeit in Ziegenhain Spuren hinterlassen. Zu seinem Einführungsgottesdienst in Gudensberg kamen mehr als 20 Besucher aus seinen ehemaligen Gemeinden. Er hofft auch in Gudensberg den Menschen so zu helfen, dass man ihn vermissen wird.

Auch wenn er symbolisch den Kirchenschlüssel erhalten hat, ist er kein fester Pfarrer, sondern Pfarradministrator. Das ist so etwas wie eine Vertretung. So fühlt er sich aber nicht, höchstens wie jemand, der im Auftrag Gottes den Menschen dient. • Gottesdienste: Gudensberg Samstag 18 Uhr, Sonntag 11.15 Uhr, Besse Sonntag 9.30 Uhr.

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