Bäume umgeknickt, Straßen überflutet

Unwetter fegte erneut über Schwalm-Eder-Kreis

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Schäden und Hochwasser: In Felsberg wurde eine Feldscheune durch den Sturm umgeworfen und zahlreiche Autofahrer kämpften sich im Landkreis über überflutete Straßen (Foto unten).

Schwalm-Eder. 150 Einsätze, 80 umgestürzte Bäume und 20 beschädigte Dächer: Das ist die Bilanz, die Kreisbrandmeister Torsten Hertel nach den schweren Gewitterstürmen zieht, die am Dienstagabend über dem Schwalm-Eder-Kreis wüteten.

Dabei sind aber nur die Einsätze eingerechnet, die über die zentrale Leitstelle koordiniert wurden. Viele Ortswehren waren zusätzlich im Einsatz, so dass die tatsächliche Anzahl der Einsätze weitaus höher liegt. 18 der insgesamt 27 Gemeindefeuerwehren waren im Dauereinsatz, um die teils massiven Schäden durch das Unwetter zu beseitigen.

Besonders heftig betroffen von dem Hitzegewitter war der Kreisteil im Bereich Melsungen, Felsberg und Spangenberg. Im Raum Melsungen stürzten zahlreiche Bäume auf Nebenstraßen. Dachziegeln flogen auf Autos, Verkehrsschilder wurden vom Wind umgeweht. In Malsfeld legte ein umgestürzter Baum die Bahnstrecke lahm“, berichtete Polizeisprecher Markus Brettschneider.

Doch auch andere Kreisteile blieben von dem Unwetter nicht verschont. Allein die Gilserberger Feuerwehr musste zu 20 Einsätzen ausrücken: Haupt- und Nebenstraßen in der Hochlandgemeinde waren teilweise unpassierbar aufgrund umgefallener Bäume.

Ebenso verhielt es sich in Bad Zwesten. Die Feuerwehren waren dort bis in die Nacht mit 40 Einsatzkräften unterwegs, um die umgestürzten Bäume von den Straßen zu schaffen. Kreisweite Stromausfälle, zum Beispiel im Frielendorfer Ortsteil Großropperhausen, erschwerten die Arbeit der Einsatzkräfte zusätzlich, da die Wehren mitunter telefonisch gar nicht erreicht werden konnten.

Menschen wurden nach Angaben der Polizei bei den Unwettern nicht verletzt. Die Verwüstung wird die Straßenmeistereien und Feuerwehren noch einige Tage auf Trab halten.

Die Telefone der Polizeistationen standen nicht still, so ein Sprecher der Polizei. Ungezählte Schadensmeldungen seien eingegangen.

Im Edermünder Ortsteil Grifte stürzte ein Baum auf ein Auto, verletzt wurde dabei aber niemand, so die Polizei in Fritzlar. Etliche Bäume seien umgefallen, auf den Landes- und Bundesstraßen rund um Fritzlar sorgte das Unwetter für Schäden, hieß es weiter.

„Kanaldeckel wurden ausgehebelt und Bäume entwurzelt“, teilte die Polizei in Homberg mit. Zahlreiche Feuerwehren seien zum Beispiel auch in Spangenberg, Gilserberg, Wabern und Borken im Einsatz gewesen, um die Schäden zu beseitigen. Am Ortseingang des Felsberger Stadtteils Böddiger riss der Sturm mehrere starke Äste von Bäumen.

In Felsberg zerstörte der Sturm unter anderem eine Feldscheune an der Lohrer Straße, das Dach der Nikolaikirche und mehrerer Wohnhäuser. Die Bundesstraße zwischen Melsungen und Gensungen war übersät mit abgebrochen Ästen.

Vom Hitzegewitter überrascht wurden auch Fahrlehrer Karl-Heinrich Schlegel und sein Schüler Mahmoud Albozan, die auf dem Weg nach Günsterode waren. Schlegel: „Ich habe nur gesagt: Fahr, fahr, fahr, wir müssen raus aus dem Wald. Es hat so geschüttet, ich habe die Straße nicht mehr gesehen, aber die hat mich auch nicht interessiert, ich habe nur nach oben geguckt, dass die Bäume stehen bleiben.“ Fahrten durch Waldgebiete waren auch nach dem Unwetter noch gefährlich: Halb umgestürzte Bäume hingen an benachbarten Bäumen fest und drohten umzufallen.

Frielendorf wurde am Abend von der Unwetterfront nur gestreift. Einsätze der Feuerwehr wegen umgestürzte Bäume gab es in Linsingen, Bundesstraße, Spieskappel, Frielendorf, Welcherod und Leimsfeld.

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