Verdi kritisiert Leiharbeit und Dumpinglöhne bei der Dänischen Bettenwelt

Homberg. Mit einer Demonstration hatten Mitarbeiter des Logistikzentrums der Dänischen Bettenwelt kürzlich auf die Lohnpolitik und die Arbeitsbedingungen im Unternehmen hingewiesen.

Der Verdi-Ortsverein Schwalm-Eder Nord unterstützt den Protest. Nach Recherchen der Gewerkschaft habe die Konzernleitung Arbeiten im Logistikzentrum an ein Subunternehmen aus Hamburg vergeben. Diese Firma transportiere mit einem Bus Leiharbeiter, die rumänischer, tschechischer oder russischer Herkunft seien in das Logistikzentrum nach Homberg. Sie arbeiteten zurzeit in der so genannten Gartenhalle. Ab Mai 2010 sollten sie komplett die reguläre Spätschicht im Logistikzentrum übernehmen.

Für ihre Tätigkeit erhalten die Leiharbeiter nach Informationen von Verdi einen Stundenlohn von sechs Euro. Auch die Müllentsorgung des Logistikzentrums werde von einer Fremdfirma übernommen, heißt es in einer Verdi-Pressemitteilung. Es würden etwa zehn Arbeitskräfte in zwei Schichten beschäftigt. Der Lohn betrage fünf Euro pro Stunde. In beiden Fällen handele es sich um Dumpinglöhne, die nicht zu akzeptieren seien, beklagt Verdi. Mitarbeiter des Logistikzentrums hatten kürzlich auch eine tarifgerechte Bezahlung gefordert. Anders als die Kollegen in den Filialgeschäften des Dänischen Bettenlagers erhalten sie nach Angaben der Gewerkschaft seit 2001 rund 200 Euro weniger als die branchenübliche Grundvergütung. Seit 2001 hätten sie auch keine Lohnerhöhung bekommen.

Die Geschäftsleitung des Konzerns in Dänemark mit einer deutschen Zentrale in Flensburg weigere sich, mit der Gewerkschaft für die Mitarbeiter des Logistikzentrums über einen Tarifvertrag zu verhandeln. Zusätzlich hätten sich die Arbeitsbedingungen der Dänischen Bettenwelt verschlechtert. Die Geschäftsleitung habe begonnen, reguläre Arbeitsverhältnisse abzubauen. Vor vier Jahren seien noch 185 Mitarbeitern beschäftigt gewesen, heute seien es noch 135. Die noch fest angestellten Mitarbeiter der Dänischen Bettenwelt fürchteten sich vor einem Arbeitsplatzverlust, weil durch die Vergabe von Arbeit an Fremdfirmen vermutlich weiter Personal abgebaut werde. (hro)

Rubriklistenbild: © dpa

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