Aufträge für Seniorenwohnzentrum in Wabern werden neu vergeben – Kosten steigen

Bau verzögert sich weiter

Bislang nur ein Entwurf: So soll das Alten- und Pflegeheim in Wabern einmal aussehen. Durch die Insolvenz des Generalbauunternehmers Müller-Bau haben sich die Arbeiten jedoch verzögert. Foto: privat

Wabern. „Ich bin mit meiner Geduld am Ende. Es dauert alles zu lange“, sagt Michael Schmidt. Der Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Nordhessen möchte mit dem Bau des Seniorenwohn- und Pflegezentrums in Wabern „dringend loslegen“.

Eigentlich sollten in diesem Herbst die ersten Senioren in das Haus an der Kurfürstenstraße einziehen. Doch nach dem symbolischen Spatenstich im Oktober 2014 ist auf der Baustelle nicht viel passiert. Durch die Insolvenz des Generalbauunternehmens Müller-Bau (wir berichteten) haben sich die Arbeiten verzögert. Im Sommer hatte Schmidt gegenüber der HNA noch angekündigt, dass die Gewerke Mitte Juli neu vergeben werden sollten. Doch daraus wurde nichts. „Wir hatten keine Ausschreibungsunterlagen, und einige Berechnungen waren noch notwendig“, erklärt Schmidt die Verzögerung.

Mehr als 4,5 Mio. Euro

Die Auschreibung sei inzwischen erfolgt. Für die Awo sei seit Wochen klar, dass die einzelne Vergabe der Gewerke am besten und günstigsten ist. Gleichwohl werde das Wohn- und Pflegezentrum um „einiges teurer werden“. Zahlen wollte Michael Schmidt auf Nachfrage nicht nennen. Die Kosten würden „im Rahmen der zur Verfügung stehenden Finanzen“ liegen. Ursprünglich waren für den Neubau 4,5 Millionen Euro angesetzt.

Die Awo entscheidet jedoch nicht alleine über die Auftragsvergabe. An dem Bauvorhaben sind neben der Deutschen Anlagen-Leasing, die Kreissparkasse Schwalm-Eder und die Gemeinde Wabern beteiligt. „Wir müssen jetzt zu einer schnellen Entscheidung kommen“, fordert Schmidt. Noch vor Weihnachten sollen sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen.

Diesen Termin bestätigte Waberns Bürgermeister Claus Steinmetz. Er ist sich ebenso wie Schmidt sicher, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen: „Jeder will das Projekt umsetzen“, sagt Steinmetz –nicht zuletzt, weil Wabern solch eine soziale Einrichtung fehle. „Es besteht Bedarf, und wir haben den optimalen Standort.“

Die Bauarbeiten könnten im Frühjahr beginnen. Ein Jahr würde es dauern, bis alles fertig ist und die ersten Senioren einziehen könnten. Ein weiteres vergehe laut Schmidt, bis die Einrichtung voll belegt ist. Wer auf einen der 53 Plätze in dem Seniorenwohn- und Pflegezentrum hofft, muss entweder auf andere Einrichtungen ausweichen oder warten. Bislang habe es nur Interessensbekundungen gegeben. „Es wurden noch keine Verträge abgeschlossen“, betont Schmidt.

Von Anke Laumann

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