Erneut Fälle im Landkreis bekannt 

Tödliche Gefahr für Hunde: Amt warnt vor Staupe-Infektion

Schwalm-Eder. Das gefährliche Staupevirus ist wieder im Schwalm-Eder-Kreis angekommen. „Es gibt etwa sechs nachgewiesene Fälle im gesamten Landkreis. Die Dunkelziffer der erkrankten Tiere ist aber durchaus höher."

Das bestätigte Dr. Peter Urban, Leiter der Fachbereiche Veterinärwesen, Gesundheit und Verbraucherschutz beim Schwalm-Eder-Kreis.

Besonders gefährlich sei das Virus für Hunde. Die Behandlung einer Staupeinfektion sei kaum möglich, für Tiere ende sie häufig tödlich. Tiere, die die Erkrankung überlebt haben, behalten oft lebenslange Schäden wie das sogenannte Staupe-Gebiss oder zentralnervöse Störungen, warnt Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer. Die Infektion gehört nicht zu den meldepflichtigen Tierkrankheiten. Deshalb gebe es auch keine verlässlichen Zahlen über die Verbreitung, sagt Dr. Urban.

Die Staupe sei besonders bei Waschbären verbreitet, sagt Werner Wittich, Kreisjagdberater. Aber auch Füchse und Hunde können sich infizieren, ebenso Frettchen und Marder. Katzen könnten sich zwar anstecken, zeigten aber keine Symptome.

Laut Wittich sei die Staupe stark von den Tierbeständen abhängig, trete deshalb in unregelmäßigen Abständen im Schwalm-Eder-Kreis auf. Eine bestimmte Jahreszeit, in der sie besonders häufig vorkommt, gebe es nicht.

Zwar sei das Virus bei Hunden oft tödlich, je nach Verlaufsform könne die Krankheit aber auch ohne Schäden überlebt werden, erklärt Urban. Dann seien Hunde gegen eine Neuinfektion immun.

Dennoch rät der Tiermediziner, Hunde gegen Staupe impfen zu lassen, um sie vor einer Ansteckung zu schützen. Übertragen werden kann Staupe beim direkten Kontakt zwischen Waschbär und Hund. Ein großes Problem seien auch Hunde, die aus Spanien und Rumänien eingeführt werden.

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