Neujahrsempfang der Gemeinde in Besse – Gastrednerin der Universität Augsburg

Es war viel Sitzfleisch nötig

Gut informiert: von links Bürgermeister Karl-Heinz Färber, Prof. Dr. Anita B. Pfaff, Horst Neid und Thomas Petrich.

Besse. Die Gesundheit stand im Mittelpunkt des Edermünder Neujahrsempfangs. 400 Gäste waren in die Mehrzweckhalle nach Besse gekommen.

Zum 14. Neujahrsempfang der Gemeinde mussten die Einwohner, Vertreter der Kirchen, Politiker, Vertreter aus Wirtschaft und Vereinen gutes Sitzfleisch beweisen: Nach den Begrüßungen von Bürgermeister Karl-Heinz Färber und Thomas Petrich, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, folgte ein stattlicher Vortrag. 80 Minuten, 40 mehr als eingeplant, referierte Gastrednerin Professor Dr. Anita Pfaff von der Universität Augsburg über das „Gesundheitswesen der Zukunft – Bürgerversicherung oder Kopfpauschale“. So wurde die Mehrzweckhalle flugs zum Hörsaal und die Besucher unversehens zu Studenten. Der Vortrag. Pfaff informierte beispielsweise über die Gründe der Finanzprobleme im Gesundheitswesen: Ursache Nummer eins ist der demografische Wandel. Mit dem Alter steigen die durchschnittlichen Krankheitskosten. Je älter der Bevölkerungsdurchschnitt, desto stärker steigen die Kosten.

„Der Vortrag von Frau Pfaff hat mich an meine Studienzeit erinnert. Nur leider hat mir hier der rote Faden gefehlt und ich konnte ihre Ausführungen nicht nachvollziehen.“

Helmut Meyer

Gleichzeitig sinken die Gehälter und immer mehr Menschen hätten im Alter nicht genügend eigenes Geld. Dies belastet die Kassen zusätzlich, sagte die Professorin, die einen Lehrstuhl für Sozialpolitik und Sozioökonomie im Gesundheitswesen inne hat.

Irdischer ging es mit der Jazzband der Musikschule Schwalm-Eder-Nord zu. Die Musiker spielten im Anschluss „Fly me to the Moon“.

Ebenfalls um die Gesundheit ging es im Vortrag von Horst Neid, Leiter der AOK-Regionaldirektion Nordhessen. Neid informierte über die Leistungen der Krankenkasse bei der Vorbeugung und verwies auf die Festlegung im Koalitionsvertrag der amtierenden Regierung, die besagt: „Die Vorbeugung ist ein wichtiger Baustein für ein gesundes Leben.“ Sie müsse bereits bei Kindern und Jugendlichen ansetzen. Eine sinnvolle gesundheitliche Vorbeugung könne dabei helfen, künftige Belastungen der Sozialsysteme zu verringern, sagte Neid.

Ärztliche Versorgung. Mit sechs allgemeinmedizinischen Praxen in Besse, Grifte und Haldorf sei die ärztliche Versorgung gut, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Färber. Lediglich die Holzhäuser Einwohner, so der Verwaltungschef, müssten den Weg in einen Nachbarort organisieren. Gleiches gelte für den zahnärztlichen Bereich. Zudem gebe es ein gutes Angebot an Praxen für Physiotherapie, Massage und Krankengymnastik, eine Heilpraktikerin, Ergotherapie und Logopädie, Ayurveda- Behandlungen, Kosmetikstudios und Fußpflege. Das Seniorenzentrum in Besse biete betreutes Wohnen und die Schwesternstation eine ambulante Hausversorgung. „Beide leisten unverzichtbare Dienste für kranke und pflegebedürftige Menschen.“

Von Rosemarie Först

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