Premiere ist am 26. Juni

Kulturstall Deute bringt griechischen Komödienklassiker auf die Bühne

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In schrillen Farben kostümiert: Alina Bartholmai

Deute. Vögel sind auch nur Menschen. Das zeigt die Theatergruppe des Kulturstalls Deute mit der Aufführung einer Komödie des griechischen Dramatikers Aristophanes.

Vor vier Jahren war es der Kampf der Frauen um Frieden und ihre Männer, den die Theatergruppe des Kulturstalls Deute mit Aristophanes' Komödie „Lysistrata" auf die Bühne brachte. Vom selben griechischen Dramatiker der Antike stammen die „Vögel", die nach drei Jahren Pause wieder Regisseur und Schauspieler Gerhard Fehn mit den Deutern einstudiert. Unterstützt wird Fehn von dem Sänger und Chorleiter Jochen Faulhammer. Premiere wird am 26. Juni open-air ab 20 Uhr auf dem Löwenhof in Deute sein, es folgen im Juli Aufführungen auf der Märchenbühne in Gudensberg und im Kurpark Bad Zwesten.

Studieren das Stück ein: von links Lukas Michael, Lena Michael, Hartmut Faupel, Lara Ledderhose (teilverdeckt) Harald Göbel, Ruth Karpenstein (teilverdeckt).

Was macht den Reiz aus, ein mehr als 2000 Jahre altes Drama heute aufzuführen? „Es ist die Erkenntnis, dass sich an der menschlichen Natur letztlich auch in vielen Jahrhunderten nichts ändert“, sagt Gerhard Fehn (66). Die Vögel sind bei Aristophanes eine Metapher für menschliches Verhalten: ursprünglich glücklich, unbeschwert, fröhlich pickend und zwitschernd, lassen sie sich von einem verführen, der behauptet: Ihr könnt doch viel mehr, ihr seid besser als die Götter, ihr müsst nur tun, was ich euch sage.

Auf der anderen Seite sind da die Menschen, Steuerflüchtlinge, die vor dem System fliehen, das sie einengt und belastet. Sie finden die Welt der Vögel, anarchisch und frei, und wollen das auch haben. Doch letztlich verwandeln sie die Vogelwelt in eine Stadt, in das Wolkenkuckucksheim, eine Welt zwischen den Menschen und den Göttern, die aber wieder genau funktioniert, wie es die Menschen kennen: reglementiert, hierarchisch, geordnet.

Bessere Welt

„Wer Aristophanes liest oder schaut, der erkennt: Auch die Vögel sind nur Menschen“, sagt Fehn. Jeder suche nach einer besseren Welt, sei aber verhaftet in seinen eigenen Zwängen und Vorstellungen. Gleichzeitig mache der Wunsch nach der besseren Welt alle verführbar, anfällig für Versprechungen, wie sie im Stück der Mensch Pisthetairos den Vögeln macht. Und die Verführten rennen/fliegen blind hinterher…

Das Typische, die Typen hätten sich, sagt der Regisseur, seit Aristophanes eben nicht geändert: Das mache das Theaterstück zu einem Klassiker, der heute noch so aktuell sei wie damals. Wenn das Publikum erkenne, dass sich die Figuren genauso verhalten wie jedermann, dann sei das amüsant und wirke komisch.

Gleichzeitig wurden durch Fehns Bearbeitung des klassischen Stücks Anspielungen auf aktuelle Personen und Situationen aufgenommen. „Das bietet sich zurzeit bei einem griechischen Stück geradezu an“, sagt der Regisseur und weist auf die Probleme mit Griechenland und dessen Finanzen hin. Da werde man das eine oder andere sicher erkennen können.

Die Termine:

Der Kulturstall Deute zeigt die Komödie „Die Vögel“ zunächst als Freilichtaufführung. Premiere ist am 26. Juni in Deute auf dem Löwenhof, Schulstraße. Die zweite Aufführung ist am 27. Juni ebenfalls dort, jeweils 20 Uhr.

Im Kurpark von Bad Zwesten treten die Deuter am 3. Juli ab 20 Uhr auf, danach am 18. und 19. Juli auf der Märchenbühne in Gudensberg (Samstag 20 Uhr, Sonntag 18 Uhr). Im Herbst sind weitere Aufführungen geplant, etwa im Würzhaus in Fuldabrück-Dörnhagen (9. Oktober) und im Jubiläumsdorf Dorla (10. Oktober).

Karten gibt es in der Buchhandlung Holetz in Gudensberg, im Hotel Zum Stadtpark in Gudensberg und unter shop.kulturstall.de, Preis: 12 Euro.

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