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Ärzte im Hospital holen Frühchen per Notkaiserschnitt auf die Welt

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Von: Christina Zapf

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Laura Schröder aus Uttershausen mit Tochter Emma. Das Baby wurde per Notkaiserschnitt in der 30. Schwangerschaftswoche im Hospital zum Heiligen Geist Fritzlar geholt.
Laura Schröder aus Uttershausen mit Tochter Emma. Das Baby wurde per Notkaiserschnitt in der 30. Schwangerschaftswoche im Hospital zum Heiligen Geist Fritzlar geholt. © Christina Zapf

Laura Schröder aus Uttershausen wird diesen Freitag im vergangenen September wohl ihr Leben lang nicht vergessen. Überraschend und zehn Wochen zu früh kam ihre Tochter Emma zur Welt.

Morgens war die Medizinische Fachangestellte noch zur Arbeit gefahren. Dort bekam Laura Schröder jedoch Bauchschmerzen, sodass sie sich entschied, wieder nach Hause zu gehen. Auf Anraten ihrer Mutter fuhr sie mit dieser ins Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar, da es dort eine Gynäkologie gibt. Ihr Frauenarzt in Melsungen hatte nicht geöffnet.

Im Krankenhaus habe sie in ihrer Aufregung angegeben, dass sie in der 32. Schwangerschaftswoche sei und wurde daraufhin von einer Hebamme in den Kreißsaal gebracht. Tatsächlich befand sich Laura Schröder erst in der 30. Woche – zu diesem Zeitpunkt ist normalerweise noch nicht mit einer Geburt zu rechnen.

Hospital in Fritzlar: Notkaiserschnitt, nachdem Plazenta sich abgelöst hat

Eine Kardiotokografie (CTG) wurde veranlasst. Dabei bildet ein Gerät die Wehen der Mutter und die Herztöne des Fetus ab. Aus dem Kardiotokogramm lassen sich Rückschlüsse auf den gesundheitlichen Zustand ihres Kindes ziehen. Der Kommentar der Hebamme habe gelautet: „Das gefällt mir nicht.“

Eine Ärztin machte daraufhin noch einen Ultraschall. Dabei stellte sie fest, dass sich die Plazenta von Laura Schröder abgelöst hatte – daher die Bauchschmerzen. Auch eine Blutung entdeckte die Ärztin. Unter diesen Umständen war schnelles Handeln gefragt, um das Leben von Mutter und Kind nicht zu gefährden.

Notkaiserschnitt noch im Fritzlarer Hospital - Ärzte retten Frühchen das Leben

Deshalb sollte Laura Schröder für einen Notkaiserschnitt ins Kasseler Klinikum gebracht werden, wo es auch eine Frühchenstation gibt. Für den anstehenden Transport bereitete das Klinikpersonal rasch alles vor.

Doch dann wurde noch mal umgeplant. „Ich lag schon auf der Pritsche vor dem CTG-Raum und war bereit zur Abfahrt mit dem Krankenwagen, als es hieß, ich soll sofort in den OP“, sagt Laura Schröder. „Wir machen das gleich hier“, habe die Hebamme gesagt.

Dann ging alles Schlag auf Schlag. „Alles lief wie am Schnürchen. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt“, sagt Schröder, die sich in dem Moment große Sorgen um sich und ihr Baby machte. Kurz bevor es für die heute 22-Jährige in den Operationssaal ging, durfte sie noch ihre Mutter sehen, die beruhigend auf sie einwirkte.

Nach Notkaiserschnitt im Hospital in Fritzlar: Mutter kann Tochter nach drei Tagen besuchen

Im OP schwenkten die Ärzte von einer Rückenmarksnarkose zu einer Vollnarkose um. „Ich war am Hyperventilieren“, sagt Schröder, die von den Vorgängen überrumpelt war.

Als sie nach dem Notkaiserschnitt im Aufwachraum wieder zu sich kam, durften ausnahmsweise ihre Eltern und ihr Freund zu ihr. Ihr Partner zeigte ihr auch das erste Foto von Tochter Emma, der es gut ging. Sie atmete bereits selbstständig. „Das hat mich sehr beruhigt. Dann konnte ich wieder durchatmen“, sagt Schröder.

Drei Tage musste sie im Hospital verbringen. „Sie haben mich dort toll betreut“, sagt die 22-Jährige. Unter anderem habe sie Hilfe beim Abpumpen erhalten. „Alle waren herzlich, nett und fürsorglich.“

Nach Notkaiserschnitt im Hospital in Fritzlar: Frühchen kommt ins Kasseler Klinikum

Ihre Tochter, die bei der Geburt 980 Gramm wog, kam auf die Frühchenstation des Kasseler Klinikums.

Sie sei geschockt gewesen, wie klein Emma auch nach drei Tagen noch war, erinnert sich Schröder an den ersten Besuch bei ihrer Tochter. Und so musste sich die junge Mutter sechs Wochen gedulden, bis sie Emma, die dann ein Gewicht von 1800 Gramm erreicht hatte, mit nach Hause nehmen durfte.

Mit Blick auf die dramatischen Geschehnisse rund um die Geburt ihrer Tochter sagt Laura Schröder, die die Lage damals falsch einschätzte: „Gut, dass mich meine Mutter überredet hat, ins Krankenhaus zu gehen. Ich hätte mich sonst aufs Sofa gelegt und Tee getrunken.“ Der Rat ihrer Mutter und das beherzte Handeln der Ärzte haben Emma das Leben gerettet. (Christina Zapf)

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