Vermietung ab 2022

Alte Villa aus dem 19. Jahrhundert: Junge Männer bringen Waberner Molkerei in Schuss

Hendrik Schlechter (links) und Niklas Vaupel stehen vor der alten Molkerei in Wabern. Die alte Villa an der Bahnhofstraße steht leer und hat eingeschlagene Fenster.
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Sie wollen die alte Molkerei in Wabern sanieren: von links Hendrik Schlechter aus Zennern und Niklas Vaupel aus Uttershausen wollen fünf neue Wohnungen an der Bahnhofstraße entstehen lassen.

Zwei junge Männer haben die alte Molkerei in Wabern gekauft und umgebaut. Schon im nächsten Jahr können Menschen in die alte Villa an der Bahnhofstraße einziehen.

Wabern - Als Hendrik Schlechter aus Zennern vor einiger Zeit gemeinsam mit seinem Vater durch die alte Molkerei in Wabern schlenderte, war das jahrzehntelang leer stehende Gebäude noch eine Bauruine. „Dafür muss man einen Blick haben“, erklärt Schlechter. Und den habe sein Vater, der als Restaurator arbeitet, gehabt. „Er hat gesagt: Hendrik, daraus kannst du richtig was machen.“

Gesagt, getan. Der heute 29-jährige Zimmerer- und Dachdeckermeister Schlechter sprach seinen Kindheitsfreund Niklas Vaupel aus Uttershausen an und begeisterte den jungen Bauingenieur für seine Idee. Die Freunde kauften der Gemeinde das alte Gelände mitsamt Molkerei ab. Das Ergebnis ein Jahr später: ein kernsaniertes Haus, in dem fünf Mietwohnungen entstanden sind.

Es liegen Monate der harten Arbeit hinter den jungen Männern – sowohl körperlich als auch organisatorisch. Auch finanziell haben die Freunde etwas gewagt. Dennoch sind sie sich einig: „Wir würden es immer wieder so machen.“ Vier etwa 80 Quadratmeter große Wohnungen mit Balkon und eine rund 100 Quadratmeter große Wohnung mit Dachterrasse sind in der Villa entstanden, die Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde und seit den 1990er-Jahren leersteht.

Sieht aus wie neu: Die Molkerei in Wabern wurde so umgebaut, dass dort Wohnungen entstanden sind.

„Wir planen, Anfang 2022 in die Vermietung zu gehen.“ Interessenten gebe es bereits. „Uns freut, dass sich vor allem junge Menschen bei uns melden.“ So sei es schließlich auch gedacht gewesen. Attraktiven Wohnraum im Kern der Gemeinde zu schaffen, das sei auch im Sinne des Bürgermeisters Claus Steinmetz. „Wir haben viel Unterstützung seitens der Gemeinde bekommen“, lobt Schlechter. „Offenbar hat der Bürgermeister etwas in unserer Idee gesehen.“

Die Coronakrise habe das Projekt weitestgehend unbeschadet überstanden. „Wir hatten das Glück, dass wir beruflich zum Beispiel viele Kontakte zu Handwerkern hatten.“ So sei man weitestgehend im Zeitplan geblieben.

Wichtig sei, dass man auch während des Bauens flexibel bleibe. „Man darf sich nicht stur an alles Geplante halten“, sagt Schlechter und spricht aus Erfahrung. Für viele sehe das Gebäude von innen noch immer wie eine Baustelle aus. „Das ist es zwar auch. Aber ab jetzt geht alles ganz schnell. Für uns beginnt sozusagen nun das letzte Schaulaufen“, erklärt der Zennerner. Noch fehlen Estrich und Putz, die Außenbalkone müssen angebracht werden. In wenigen Wochen werde man aber schon hübsche Wohnungen mit hohen Decken im Berliner Altbaustil erkennen.

Vaupel als Ingenieur und Schlechter als Handwerker – das habe stets gut funktioniert. „Jeder übernimmt seinen Part, wir haben das nie gegenseitig aufgerechnet“, sagt Schlechter. Wenn die Zwei nun auf die nagelneue Fassade des Gebäudes blicken, sehen, was sie alles geschafft haben in den vergangenen Monaten, seien sie zufrieden und dankbar. „Das werden wir unser Leben lang nicht mehr vergessen“, sagt der Zennerner Zimmerer. (Daria Neu)

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