Vom Angreifer zur Amme: Störchin adoptiert Jungtiere

Schwer verletzt: Die Storchenstation Wabern hatte die drei Jungstörche nach der Attacke aufgenommen und aufgepäppelt.

Wabern. Was mit den drei Jungstörchen Claus, Doris und Mizo passiert ist, gehört zu den unglaublichen Geschichten aus dem Tierreich. Sie wurden von einem Storchenpaar "adoptiert".

Die neuen Eltern heißen Georges und Julie. Genau vor jener Julie, die Mitte Juni die Jungstörche attackiert und schwer verletzt hatte. „Es ist so schön, besser könnte ich es mir nicht wünschen“, sagt Andrea Krüger-Wiegand von der Storchenstation Wabern.

Das Storchenpaar hatte im Mai seine Brut verloren. „Die beiden saßen anschließend zu zweit auf dem Horst und haben getrauert“, erklärt Krüger-Wiegand. Die Störche hatten sich auch wieder gepaart - aber ohne Erfolg. „Wir hatten gehofft, dass Julie noch einmal Eier legen würde, doch das ist biologisch sehr schwer.“ Da eigener Nachwuchs nicht möglich war, wollten die Altstörche eine andere Brut übernehmen. Von der Sirene in Niedermöllrich aus hat Julie die drei Jungstörche in ihren Horst bei der Storchenstation Wabern beobachtet. „Sie wusste wohl nicht, dass es die drei Jungstörche sind, auf die sie eingehackt hat. Sie hat stattdessen gewartet, ob die Eltern zurückkommen“, erklärt Andrea Krüger-Wiegand. Doch die drei blieben alleine. Immer, wenn sich ein anderer Storch Claus, Doris und Mizo nähern wollte, hat Julie ihn mit ihrem Klappern verscheucht.

„Sie hat die Kleinen verteidigt“, berichtet Krüger-Wiegand. Und nicht nur das. Mit ihrem Klappern hat sie die drei Jungstörche angelockt. Immer wieder fliegen sie seitdem zusammen nach Wabern. Die beiden Altstörche Georges und Julie zeigen den Jungstörchen, wo sie Nahrung finden. „Sie haben die drei adoptiert und zu ihrem eigenen Nachwuchs gemacht“. Doch jeden Abend trennen sich die Wege der jungen Familie wieder. Die drei Jungstörche kehren zum Horst der Storchenstation Wabern zurück und werden von Andrea Krüger-Wiegand zugefüttert. Julie und Georges bleiben auf Abstand zum Übergangshorst, haben ihn noch nie angeflogen.

Zugtrieb kommt 

Wie lange die junge Storchenfamilie noch in Wabern bleibt, sei unklar. „Es kann bis Ende August dauern, bis der Zugtrieb kommt“, verdeutlicht Krüger-Wiegand. Entscheidend sei nicht zuletzt die Verfassung der Störche und die Thermik. Bislang sehe jedoch alles gut aus. „Die drei sind fit.“

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