Medizinische Versorgung auf dem Land zählt

Richtfest am Waberner Gesundheitszentrum: Start im September 2021 geplant

Beim Richtfest des neuen Gesundheitszentrums in Wabern: von links Jürgen Kaufmann, Claus Steinmetz, Falk Schlechter, Thomas Michel, Philipp Klapsing, Wolfgang Müller und Hendrik Schlächter.
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Beim Richtfest des neuen Gesundheitszentrums in Wabern: von links Jürgen Kaufmann, Claus Steinmetz, Falk Schlechter, Thomas Michel, Philipp Klapsing, Wolfgang Müller und Hendrik Schlächter.

Die Verbesserung der medizinischen Versorgung auf dem Land hat sich Hausarzt Dr. Philipp Klapsing auf die Fahne geschrieben. Seit Februar dieses Jahres wird daher in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern ein neues Gesundheitszentrum an der Kurfürstenstraße in Wabern gebaut.

Wabern - Es soll Patienten die Möglichkeit geben, sich im gewohnten Umfeld behandeln zu lassen und die Basisversorgung an einem Ort gebündelt vorzufinden. Im September 2021 soll das Zentrum fertig sein. Am Donnerstag feierten einige Beteiligte gemeinsam das Richtfest.

Doch wie derzeit alle anderen Veranstaltungen fand auch das Richtfest unter außergewöhnlichen Bedingungen statt. Etwas mehr als 20 Menschen waren vor Ort, eine Besucherliste lag aus, Desinfektionsmittel stand bereit und von Glückwünschen mit Händeschütteln oder Schulterklopfen musste gänzlich abgesehen werden. Abstand war auch am Donnerstag das Gebot der Stunde.

In seiner Rede erinnerte Klapsing an die großen Herausforderungen, die die Coronakrise mit sich bringt. Umso dankbarer sei er für die Unterstützung aller Beteiligten. Gemeinschaftlich und interdisziplinär – das sei ohnehin das Motto im neuen Gesundheitszentrum. Neben der Gemeinschaftspraxis von Klapsing und Facharzt für Allgemeinmedizin, Matthias Noll, werden auch die Tagespflege der Diakonie Wabern, das Therapiezentrum Ziegler sowie die Gesundheit im Hof mit Orthopädietechnik und Hilfsmittelversorgung einziehen. „Das Zentrum soll ein Ort sein, an dem gerade ältere Menschen so viel Basisversorgung wie möglich erhalten“, sagt Klapsing. Kurze Wege, darum gehe es.

Architektonisch habe das Gebäude im Übrigen Alleinstellungscharakter, betont Bauleiter Wolfgang Müller, denn der First verlaufe diagonal durchs Gebäude. Beteiligt waren unter anderem die Firma Bauer mit Zimmermann Falk Schlechter sowie am Rohbau das Bad Zwestener Unternehmen Michel. Firma Horstmann kümmerte sich um die Dachdeckerarbeiten.

Die Gebäudefläche umfasst rund 1370 Quadratmeter. In das Zentrum werden drei Millionen Euro investiert, unter anderem fördert das Land Hessen den Bau mit 480 000 Euro. (Daria Neu)

Jürgen Kaufmann, Gesundheitsdezernent des Schwalm-Eder-Kreises, hält das Gesundheitszentrum für ein effektives Projekt. Er machte sich am Donnerstag selbst ein Bild vom Neubau in Wabern. Kaufmann weist auf die demografische Entwicklung hin, die auch im Schwalm-Eder-Kreis voranschreitet. Im Laufe der Zeit müsse man mit einer steigenden Nachfrage speziell durch ältere Menschen rechnen, was die medizinische Versorgung angehe.

Ein Gesundheitszentrum könnte vor allem für jüngere Ärzte attraktiv sein, sagt Kaufmann. Es sei ein herausragendes Signal, wenn jemand wie Dr. Philipp Klapsing mit einer solchen Idee voranschreite. Auf längere Sicht weiteren Nachwuchs zu gewinnen, müsse nun das Ziel sein.

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