Sohn Philipp übernimmt

Arztpraxis in Wabern bleibt in Familienhand: Sohn folgt auf Heribert Klapsing 

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Übergibt seine Praxis: Dr. Heribert Klapsing.

Wabern. Dr. Heribert Klapsing übergibt seine allgemeinmedizinische Praxis in Wabern an seinen Sohn Philipp. Fast 40 Jahre war er für seine Patienten da. 

Der Sohn übernimmt das Geschäft des Vaters. „Für Landwirte, Bäcker und Schreiner war das ganz selbstverständlich“, sagt Dr. Heribert Klapsing. Auch für ihn war es das. Als er 13 Jahre alt war, sagte er seinem Vater Alfred, eines Tages die allgemeinmedizinische Praxis in Wabern zu übernehmen.

 „Damit war es im Prinzip entschieden“, erinnert sich Klapsing. Der Waberner hielt Wort. Seit 1979 kümmert er sich an der Engelstraße um kleine und große Erkrankungen seiner Patienten. Am Sonntag übergibt er selbst seine Praxis. Sohn Philipp übernimmt. „Es war mein Anliegen, dass die Praxis in der Familie weitergegeben wird, “ sagt der 68-Jährige.

Heribert Klapsing ist mit der Medizin groß geworden. Er erinnert sich an die Arbeit seiner Eltern Alfred und Gisela und wie eng verbunden die Ärzte damals mit den Familien waren. Sie waren rund um die Uhr für ihre Patienten da. „Als ich anfing, habe ich das für normal gehalten. Das ist halt bei Ärzten so, habe ich mir gedacht.“ Bereitschaftsdienste gab es längst nicht.

Institution in Wabern 

Manche Waberner gehen schon ihr Leben lang zu den Klapsings. „Einige meiner älteren Patienten wurden von meinem Vater auf die Welt geholt“, erklärt der Mediziner. Neben der Allgemeinmedizin beherrschte Alfred Klapsing auch die Geburtshilfe. Eine ambulante Geburt in der eigenen Praxis – das ist heute für Heribert Klapsing unvorstellbar.

Überhaupt haben sich der Arztberuf und die Technik verändert. Als seine Eltern 1945 anfingen, gab es kein EKG. Als Heribert Klapsing die Praxis übernommen hat, war diese Untersuchung längst Standard. Als sein Steckenpferd bezeichnet Heribert Klapsing die Manuelle Medizin. Sie setzt bei der Befundaufnahme und bei der Behandlung allein auf die Kraft der Hände. Es ist eine Disziplin, die laut Klapsing immer noch zu wenig verbreitet ist. „Ich habe meine Hände und meine Augen. Das sind meine diagnostischen Möglichkeiten. Ich stelle fest, dass ich damit viel erreichen kann“, sagt der 68-Jährige.

Um Enkelkinder kümmern 

Dies betreffe zumindest funktionelle Störungen wie Blockaden. Wenn strukturelle Störungen vorliegen, etwa Nerven oder Knochen beschädigt sind, seien andere Behandlungen notwendig.

Künftig widmet sich Klapsing verstärkt anderen Dingen fernab der Medizin. Er interessiert sich für Politik und Geschichte, möchte sich mehr um seine neun Enkelkinder kümmern, die von Kassel über Hamburg bis in Australien leben. Zudem warten zwei Pferde und ein großer Garten auf ihn. „Um im Leben zu bleiben, suche ich immer wieder die Herausforderung.“

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