Brandsatz im Zuckerstreuer

Prozess wegen schwerer Brandstiftung in Wabern beginnt

18 Verhandlungstage, 56 Zeugen: Am Landgericht Kassel beginnt am Donnerstag das Verfahren wegen schwerer Brandstiftung und Versicherungsmissbrauchs nach einem Großfeuer in Wabern.

Das hatte am 6. Juli vorigen Jahres die Bewohner Waberns und die Feuerwehr in Atem gehalten und für großes Aufsehen gesorgt.

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat Anklage erhoben gegen einen 33 Jahre alten Mann und seine 30 Jahre alte Ehefrau aus dem Schwalm-Eder-Kreis sowie einen 24-jährigen, zurzeit in Untersuchungshaft sitzenden Mann aus Göttingen, wegen des Verdachts der Anstiftung zur schweren Brandstiftung sowie versuchten Versicherungsmissbrauchs (bezogen auf die Eheleute) sowie schwerer Brandstiftung bezüglich des 24-Jährigen.

Mehrere Vorwürfe 

Wie der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, Staatsanwalt Dr. Götz Wied, mitteilt, geht es um folgende Vorwürfe: Die angeklagten Eheleute waren vom 5. bis 11. Juli vorigen Jahres Nutzer eines Wohn- und Geschäftshauses an der Landgrafenstraße in Wabern. Sie hatten einen Miet-Kaufvertrag geschlossen und für das Gebäude mit einer Versicherungsgesellschaft einen Miet-Kaufvertrag geschlossen.

„Danach hätten ihnen bereits vor Eigentumsübergang im Versicherungsfall bei einem Totalverlust und einem erforderlich werdenden Neubau maximal 850.000 Euro ausbezahlt werden können”, erläutert der Staatsanwalt. Die angeklagten Eheleute sollen dann beschlossen haben, den Versicherungsfall durch das Legen des Brandes herbeizuführen, heißt es in der Anklageschrift.

Benzingemisch eingefüllt 

Zur Brandstiftung, so die Staatsanwaltschaft, sollen sie den 24 Jahre alten Mitangeklagten - der Bruder des 33-jährigen Angeklagten - angestiftet haben. Dieser soll in den Morgenstunden des 6. Juli das versicherte Gebäude in Brand gesetzt haben. Nach Angaben der Anklagebehörde hatte er Brandsätze hergestellt, indem er Zuckerstreuer mit einem Benzingemisch gefüllt hatte.

Der Sachschaden war laut Staatsanwaltschaft auf 160.000 Euro geschätzt worden, erläutert Dr. Wied. Die Versicherung habe bisher nichts gezahlt. Nach dem Brand war zunächst von 350.000 Euro die Rede.

Beim Ausbruch des Brandes befanden sich acht Bewohner - darunter drei Kinder - in dem Haus. Sie konnten das brennende Gebäude noch rechtzeitig verlassen. Die Polizei ermittelte die Verdächtigen auch mit Unterstützung einer Sonderkommission.

Zu den verschiedenen Terminen sind insgesamt 56 Zeugen geladen.

Auftakt: Donnerstag, 25. Juni, Landgericht Kassel, Saal D 130. Erste Fortsetzungen: 6., 10. und 16./17. Juli, jeweils ab 9 Uhr.

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