1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fritzlar-Homberg
  4. Wabern

Im Garten von Barbara Kraushaar wachsen Bananen und Maracujas

Erstellt:

Von: Christina Zapf

Kommentare

Stolz auf die Blüte ihrer Banane: Barbara Kraushaar hat sich in Falkenberg einen Garten mit vielen besonderen Pflanzen angelegt. Reif werden die Bananen jedoch nicht werden.
Stolz auf die Blüte ihrer Banane: Barbara Kraushaar hat sich in Falkenberg einen Garten mit vielen besonderen Pflanzen angelegt. Reif werden die Bananen jedoch nicht werden. © Christina Zapf

Der Klimawandel trägt im wahrsten Sinne des Wortes Früchte. Im Garten von Barbara Kraushaar in Falkenberg wachsen neben vielen heimischen Pflanzen auch allerlei Exoten.

Falkenberg – Der Klimawandel trägt im wahrsten Sinne des Wortes Früchte. Im Garten von Barbara Kraushaar in Falkenberg wachsen neben vielen heimischen Pflanzen auch allerlei Exoten – unter anderem Bananen und Maracuja. Von Letzteren konnte Barbara Kraushaar schon mehrere ernten. „Wenn sie runterfallen, sind sie reif“, sagt die 62-Jährige. Damit die Kraft der Pflanze in die Früchte fließt, hat sie die Triebe gekappt. „Man muss Glück haben, dass es hierzulande Früchte gibt.“ Diese seien vitaminreich. Aber: „Viele mögen sie nicht, weil sie ja auch Kerne haben“, sagt Kraushaar.

Reif und gesund: Barbara Kraushaar konnte schon mehrere Maracujas ernten.
Reif und gesund: Barbara Kraushaar konnte schon mehrere Maracujas ernten. © Christina Zapf

Bei den Bananen wird es wohl nicht zur Ernte kommen. „Sie reifen nicht aus, da der Herbst zu früh kommt“, sagt die Hobby-Gärtnerin. Ihre Bananenstauden sind 5,50 Meter hoch. Begonnen hat alles mit einer Pflanze, die sie vor fünf Jahren geschenkt bekam. Erst mal bräuchte man Geduld: „Es dauert drei bis fünf Jahre, dann gibt es eine Blüte.“ Danach sterbe die Pflanze jedoch ab. Das Gute: Zuvor wachsen neue Bananenstauden nach. „Die meisten gebe ich ab, eine ziehe ich mir aber selbst. Sie kommt als Reserve zum Überwintern in den Keller“, sagt die 62-Jährige, die in Meißen aufgewachsen ist.

Damit die Bananenpflanzen draußen überwintern können, müssen sie abgeschnitten werden. Dann sind sie nur noch 80 Zentimeter hoch. Um die Stämme vor der Kälte zu schützen – Frost vertragen sie nicht – errichtet Kraushaar rund um die Bananenpflanzen ein Gitter, den Zwischenraum füllt sie mit Stroh. Dann komme noch eine Haube über die abgeschnittenen Stämme, um sie zu schützen. „Die Pflanzen bestehen zu 90 Prozent aus Wasser“, sagt die Mutter zweier erwachsener Kinder.

Im Garten von Barbara Kraushaar wachsen exotische Pflanzen wie die Ananaslilie

Ihre Leidenschaft fürs Gärtnern hat Kraushaar schon früh entdeckt. „Mit 12 Jahren hatte ich meinen eigenen Garten“, sagt sie. Dieser gehörte einem Nachbarn ihrer Eltern. Da der Mann schon älter war, konnte er ihn selbst nicht mehr bewirtschaften. Seither steht für Kraushaar fest: „Ohne Pflanzgarten kann ich nicht.“ Ihr Garten sei ein Erholungsplatz, der Ort, an dem sie Kraft tankt und am liebsten Zeit verbringt.

„Wenn es mir nicht gut geht, gehe ich in meinen Garten, da kann ich die Seele baumeln lassen“, sagt Kraushaar, die seit 25 Jahren in Falkenberg lebt. Und: „Ich habe keinen grünen Daumen, ich habe ein grünes Herz für Pflanzen.“ Auf ihrem Grundstück wachsen neben den Exoten auch viele Büsche, Sträucher und Blumen. Gemüse findet man jedoch keines. Ihr Mann Willi lasse sie gewähren. Er schweiße die Gerüste für die Rosen zusammen und mähe den Rasen.

Die Ananaslilie hat es Barbara Kraushaar angetan.
Die Ananaslilie hat es Barbara Kraushaar angetan. © Christina Zapf

„Ananaslilien sind schön und selten“, sagt Kraushaar, die gelernte Porzellanmalerin ist, inzwischen aber als Verkäuferin arbeitet. Die Blüten der Ananaslilie, die in der südafrikanischen Provinz Natal beheimatet ist, erinnern von ihrer Form her an eine Ananas. Die Pflanze sei pflegeleicht und würde bis in den Herbst hinein blühen.

Heraussticht auch die Rispen-Hortensie, die Kraushaar als Baum gezogen hat. „Normalerweise ist sie ein Strauch“, sagt die Falkenbergerin. „Aber ich schneide sie, wie ich es brauche.“ Die Blüten verfärben sich von Beige zu Dunkelrot. Man könne sie gut trocknen, und in einer Vase präsentieren.

Barbara Kraushaar verbringt viel Zeit in ihrem Garten, den sie über alles liebt

Der Palmfarn bekommt immer ganze Kränze an neuen Blättern.
Der Palmfarn bekommt immer ganze Kränze an neuen Blättern. © Christina Zapf

„Wenn ich alles gießen muss, gehen zwei Stunden drauf“, sagt Kraushaar. Zum Einsatz kommen gesammeltes Regenwasser, das sie mit der Gießkanne verteilt, und der Gartenschlauch. „Die Pflanzen danken es einem.“ Einen Teil ihrer Palmen, beispielsweise den Palmfarn, überwintert sie im Keller. „Ich habe ihn von einer Gärtnerei, die ihn wegwerfen wollte. Das hat mir in der Seele leidgetan. Jetzt ist er zu einem Prachtstück geworden“, sagt Kraushaar, die früher auch bei der Reihe „Lust auf Garten“ mitmachte und Fremden einen Einblick in ihr Paradies gewährte.

Im kommenden Jahr geht die 62-Jährige in Rente. Dann wird sie noch mehr Zeit für ihre geliebten Pflanzen haben. „Ein Garten ist niemals fertig“, sagt sie. (Christina Zapf)

Auch interessant

Kommentare