„Islamische Staat“ habe falsche Denkweise

Waberner Muslime distanzieren sich von Radikalen

Sie hießen die Gäste in der Ahmadiyya-Gemeinde Wabern willkommen: von links Walid Ghuman, Khalid Mahmood, Tahir Mehmood und Basil Aslam. Foto: Kiessling

Wabern. Ihr Ziel sei es nicht, „die ganze Welt zu Muslimen zu machen, sondern die Botschaft Gottes in die Welt zu tragen“. Das sagte Walid Ghuman aus Kassel zur Begrüßung beim Tag der Offenen Moschee in Wabern.

Dort stellten sich die Mitglieder der Baitul-Muqiet Moschee den Fragen der Besucher und boten ein leckeres indisches Essen an. Wer wollte, konnte die Moschee bei einer Führung kennenlernen. Sie wurde 2007 von Professor Gernot Minke aus Kassel gestaltet und gebaut. Der Lehmkuppelbau ist europaweit einzigartig.

In der Moschee gab es eine Ausstellung zur islamischen Religion. Auf den Tafeln, die zu den Hauptthemen des islamischen Glaubens aufgestellt waren, ging es hauptsächlich um die Botschaft des Friedens (Islam bedeutet Frieden oder wortwörtlich „sich Gott voll hingeben“). Das Motto „Liebe für alle, Hass für keinen“ haben sich die Ahmadiyyas deshalb zu Eigen gemacht.

Khalid Mahmood, Vorsitzender der Waberner Gemeinde, möchte Missverständnisse über den Islam auszuräumen: „Es geht bei dem Tag der offenen Tür auch darum, die Menschen aufzuklären, die aufgrund der neusten Entwicklungen im Mittleren Osten stark verunsichert sind und viele Fragen haben.“

Für Walid Ghuman der gerade zum Gebetsleiter (Imam) ausgebildet wird, gibt es keinen Zwang im Glauben: „Jeder darf seine Religion ausüben wie er möchte, denn es handelt sich um eine Religion der Liebe.“ Zur Gewalt des „Islamischen Staates“ (IS) und zu dem Wirken der Salafisten sagt er: „So etwas gibt es im islamischen Glauben nicht. Texte wurden falsch übersetzt und aus dem Kontext herausgerissen, deshalb entstehen auch falsche Denkweisen über den Islam.“

Ghuman führt das darauf zurück, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung im Mittleren Osten nicht lesen und schreiben könnten und die Unwissenheit von den dortigen Religionsgelehrten oft ausgenutzt werde.

Im Mittagsgebet und in der Freitagsansprache in Wabern ging es auch um den Sinn und Zweck von Moscheen: „Die Moscheen werden errichtet, um den Unfrieden auf der Welt zu beseitigen und den Menschen die wahre Lehre des Islams zu zeigen.“ Die Tore der Moscheen seien daher stets für alle geöffnet, hieß es in Wabern.

Von Saskia Kiessling

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