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Dorfladen mit Café eröffnet Anfang nächsten Jahres in Falkenberg

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Von: Christine Thiery

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Dorfladen im Gänsemarkt in Falkenberg: Alexander Bewernick zeigt Produkte, die dort im kommenden Jahr verkauft werden sollen.
Dorfladen im Gänsemarkt in Falkenberg: Alexander Bewernick zeigt Produkte, die dort im kommenden Jahr verkauft werden sollen. © Thiery, Christine

Ein marodes leer stehendes Fachwerkhaus in Falkenbergs Dorfmitte wurde zu einem Dorfladen mit Café umgebaut. 2023 wird der Laden öffnen.

Falkenberg – Das Haus ist fast fertig, nun muss es noch mit Leben gefüllt werden. Der Gänsemarkt in Falkenberg ist ein Vorzeigeobjekt für die Entwicklung im ländlichen Raum. Die Brüder Samuel und Carsten Waldeck haben gemeinsam mit Projektleiter Pascal Bewernick ein marodes leer stehendes Fachwerkhaus in Falkenbergs Dorfmitte zu einem Dorfladen mit Café umgebaut.

In den nächsten Monaten soll das Konzept für die genaue Ausgestaltung der Angebote stehen. Der Laden mit Café wird zum Jahresbeginn 2023 öffnen. Nun wurde der Umbau erstmals vorgestellt.

Schon beim Betreten des Fachwerkhauses bleibt ein Wow-Effekt nicht aus. Durch die Eingangstür betritt man eine Art Foyer. Ein Teil des oberen Stockwerks wurde in eine Galerie umgewandelt. Dort befinden sich die Tische und Stühle des kleinen Cafés. Alles ist neu saniert, aber auch im Fachwerkstil gehalten und teils eingerichtet wie zu Omas Zeiten.

Am Tresen im Gänsemarkt: Samuel Waldeck und Regionalleiterin Sonja Pauly.
Am Tresen im Gänsemarkt: Samuel Waldeck und Regionalleiterin Sonja Pauly. © Christina Thiery

Es gibt gestärkte Tischdecken und Stühle, die an die fünfziger oder sechziger Jahre erinnern. Und an diese Zeit knüpft die Idee des Projektes an. Die Brüder wuchsen in Falkenberg auf und betreiben dort nun das Unternehmen Shift-Phones, das nachhaltige Smartphones herstellt. Und: „Gewinne sollen für gemeinschaftliche Zwecke ausgegeben werden und dieses Projekt ist ein solches“, sagte Samuel Waldeck.

Das ist ein herausragendes Projekt, bei dem wir die höchste Fördersumme geben konnten.

Sonja Pauly, Regionalmanagerin

Die Brüder träumten von einem Dorfladen mit Treffpunkt mitten in Falkenberg, wo man sich austauschen kann. Dafür gründeten sie eigens den Verein Shift als Träger des Gänsemarktes, der das marode Fachwerkhaus erstand. Von den ersten Überlegungen bis zum Ausbau vergingen ein paar Jahre. 2018 wurden die ersten Förderanträge gestellt. Mittlerweile sind 200 000 Euro über die Leaderregion Schwalm-Aue geflossen.

Regionalmanagerin Sonja Pauly sagt: „Das ist ein herausragendes Projekt, bei dem wir die höchste Fördersumme geben konnten.“ Zum einen sei es ein regionales Projekt, Leerstand wurde beseitigt, zum anderen sei es gemeinschaftlich ausgelegt und nachhaltig. Die Brüder hätten das Vorhaben mit vielen Ideen und Herzblut vorangetrieben. Laut Samuel Waldeck hat der Ausbau bislang weit über 400 000 Euro gekostet.

Fokus liegt auf Nahversorgung und Gemeinschaft

Im unteren Bereich des Gebäudes wird der Laden entstehen. Im Verkaufsraum sollen vorwiegend Produkte von Landwirten und Vermarktern aus der Region, teils auch unverpackt. „Sie sollen aber erschwinglich sein“, sagte Samuel Waldeck. Er will zunächst zwei Mitarbeiter für eineinhalb Stellen einstellen, sie sollen von Ehrenamtlichen unterstützt werden. Die Öffnungszeiten sollen voraussichtlich auf Donnerstag, Freitag und Samstag begrenzt werden. „Alles soll so nachhaltig wie möglich sein“, sagte Waldeck.

Der Fokus liege auf der Nahversorgung aber auch auf der Gemeinschaft. Vor oder nach dem Einkauf könne man sich gut im Café aufhalten oder verabreden. Kleinere Veranstaltungen dort seien ebenfalls denkbar. Es gibt zudem einen Raum, der als Coworking Space genutzt werden kann. Insgesamt umfasst die Fläche des sanierten Gebäudes 180 Quadratmeter. Demnächst wird das Außengelände fertig gestellt, ein Spielplatz und eine Terrasse sind geplant.

Stefanie Altheim von Shift sagte: „Das alte Konzept eines Tante Emma Landes soll wieder aufleben.“ Man wolle Menschen aus dem Ort einbinden, um Gemeinschaft zu schaffen. Es soll Back- und Kochworkshops geben. Erste Grundsteine für den Gemeinschaftssinn wurden bereits mit ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen gelegt. (Christine Thiery)

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