Wettbewerb für Metallgestalter

Er holt das Handwerk heim: 25-Jähriger aus Harle ist einer der Besten im Schmiede-Nachwuchs

Ein Mann in schwarzer Arbeitskleidung hält einen Hammer in der Hand und stützt sich auf einem Amboss ab
+
An seinem Lieblingsplatz: Metallgestalter und Kunstschmied Maximilian Theel fühlt sich mit Hammer und Amboss am wohlsten.

Metall ist wie Wachs in seinen Händen – Maximilian Theel ist Metallgestalter und Kunstschmied - und einer der Besten im Branchennachwuchs.

Harle/Baunatal – Mit einem breiten Lächeln hüpft er vom großen Arbeitstisch, auf dem ein zaunartiges Konstrukt aus Metallgestängen liegt, die Hände genauso schwarz wie seine Handwerkskluft.

Darauf ist Maximilian Theel schon etwas stolz, denn: Der 25-Jährige aus dem Waberner Ortsteil Harle ist Metallgestalter und Kunstschmied mit Leib und Seele – und hat den dritten Platz beim Bundesleistungswettbewerb für den Nachwuchs der Metallgestalterbranche belegt.

Gelernt hat er sein Handwerk in Trier, inzwischen arbeitet er in der Baunataler Schmiede in Kirchbauna. „Ich wollte wieder in die Heimat kommen und das Handwerk mit nach Hause bringen“, sagt Theel.

Schmiede-Nachwuchs aus Harle: Ausbildung in Trier

Aber von vorn: Der heute 25-Jährige ist in Wabern und Fritzlar zur Schule gegangen. Nach dem Abitur an der König-Heinrich-Schule 2014 ging er erstmal zur Bundeswehr.

Ein Jahr später begann er dann ein Maschinenbaustudium in Kassel, „aber das war nichts für mich“, sagt Theel. „Zum nächsten Semester habe ich mich schon gar nicht mehr zurückgemeldet.“ Für ihn war klar: Er will praktisch arbeiten, mit seinen Händen.

Da kam das Schmiedehandwerk gerade recht. Das wollte er gern in einer echten Kunstschmiede lernen, sagt Theel. Die seien aber inzwischen selten geworden. In Trier hatte er in der Kunstschmiede Unterrainer aber die Möglichkeit dazu.

Schmiede-Nachwuchs aus Harle: Lernte bei Kunstschmiedemeister

„Der Meister dort war selbst noch Kunstschmiedemeister“, sagt der 25-Jährige. Also zog er kurzerhand an die Mosel. So konnte Theel durch die Grenznähe auch bereits in Luxemburg arbeiten, wo die Schmiede oft Aufträge hatte.

Anfang des vergangenen Jahres schloss er seine Ausbildung dann nicht nur erfolgreich, sondern sogar als einer der Besten überhaupt unter dem Metallgestalter-Nachwuchs ab. Beim Bundesleistungswettbewerb kam er unter die besten Drei.

Pandemiebedingt fand der Wettbewerb online statt. Das war mit ein paar Einschränkungen verbunden, berichtet Theel. Wichtig sei die Abschlussnote und das Gesellenstück gewesen, zusätzlich gab es ein Online-Fachgespräch sowie eine Aufgabe: Die Bewerber mussten eine Zeichnung anfertigen.

Schmiede-Nachwuchs aus Harle: Dritter beim Bundesleistungswettbewerb

All das meisterte Theel so gut, dass er den dritten Platz belegte. „Was mich etwas ärgert: vielleicht wäre ich, wenn es die praktische Aufgabe gegeben hätte, besser gewesen, vielleicht aber auch schlechter“, sagt er, „das weiß man jetzt nicht.“

Über die Ehrung freut er sich natürlich trotzdem, denn Theel ist mit Herzblut bei der Sache. „Schöne finde ich, dass es ein urtümliches Handwerk ist“, sagt er. „Man kann im Prinzip heute noch so arbeiten wie im Mittelalter.“

Natürlich gebe es immer wieder Innovationen, aber im Grunde seien es einfache Techniken und wenige Werkzeuge, die man sich oft auch selbst schmiedet. Dazu zählen Hilfswerkzeuge wie Spaltmeißel und Dorne, aber auch andere.

Schmiede-Nachwuchs aus Harle: Mit Spaß bei der Arbeit

„Viele Werkzeuge gibt es nicht mehr von der Stange oder sie sind sehr teuer“, erklärt der 25-Jährige. „Also macht man sie sich einfach selbst.“ Beim Schmieden sei vieles möglich.

Das will Theel auch für sich selbst beibehalten. „Es macht mir Spaß, Neues zu lernen“, sagt er. Deshalb möchte er gern noch Meister werden. „Ich möchte einfach nicht stehen bleiben.“

Das habe nichts mit dem Geld zu tun. „Man wird davon nicht reich“, so der Kunstschmied, „das muss man auch nicht, aber es muss Spaß machen“, sagt er und lächelt. Und dass Maximilian Theel den bei seiner Arbeit hat, ist spürbar. (Sarah Schnieder)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.