Interview

Bürgermeisterwahl in Wabern mit einem Kandidaten: Claus Steinmetz tritt zum zweiten Mal an an

Will Bürgermeister in Wabern bleiben: Claus Steinmetz ist bereit für eine zweite Amtszeit als Rathauschef. Einen Ausgleich zur Arbeit schafft er sich gern daheim im Garten beim Holzhacken.
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Will Bürgermeister in Wabern bleiben: Claus Steinmetz ist bereit für eine zweite Amtszeit als Rathauschef. Einen Ausgleich zur Arbeit schafft er sich gern daheim im Garten beim Holzhacken.

Claus Steinmetz ist ein waschechter Waberner. Für ihn ist es daher keine Frage, nach fünf Jahren Amtszeit als Bürgermeister, bei der Wahl am 14. März erneut anzutreten.

Wabern ‒ Wir haben uns mit dem Rathauschef unterhalten – über seine Visionen, anstehende Projekte und die Gründe, warum sich die Menschen auf ihn verlassen können.

Herr Steinmetz, wenn Sie an die vergangenen fünf Jahre denken: Was ist im Kopf geblieben?
Ich erinnere mich noch genau an den Einstieg in meine Amtszeit. Damals begann die Flüchtlingskrise. Das war eine der ersten Aufgaben, die ich zu bewältigen hatte. Viele Menschen kamen Schutz suchend nach Wabern, in der Spitze waren es etwa 120 Geflüchtete. Diese Herausforderung haben wir mit vielen Ehrenamtlichen bewältigt. Diese Zeit hat mich wirklich intensiv beschäftigt.Ein weiteres Problem, das sich direkt stellte, war der Bau des Altenzentrums. In langwierigen Verhandlungen haben wir es geschafft, das Vorhaben, das ja zwischenzeitlich zum Erliegen gekommen war, auf den Weg zu bringen. Außerdem wollte uns die Deutsche Bahn den IC-Haltepunkt in Wabern streichen. Es gab also schon gleich zu Beginn große Herausforderungen.
Sie kommen aus Wabern, arbeiten schon seit Jahrzehnten im Rathaus, waren in der Feuerwehr aktiv – ist das ein Vorteil?
Ich habe Ortskenntnis, kenne viele Menschen bereits, kenne die Strukturen, die Mentalität – und damit auch die Punkte, bei denen man als Bürgermeister ansetzen und Dinge verändern kann. Da ist von vornherein Herzblut mit dabei, Projekte auf den Weg zu bringen.
Ihre Vorgänger konnten in Wabern auf so manches finanzielle Polster zurückgreifen. Was hat sich seither verändert?
Die finanzielle Situation der Kommunen hat sich insgesamt verändert. Städte und Gemeinden müssen verstärkt auf Förderprogramme zurückgreifen. Da haben wir uns hier meiner Meinung nach gut angepasst. Ein gutes Beispiel dafür ist der Bau der Kita Schatzkiste. Dafür haben wir 1,5 Millionen Euro Zuschüsse bekommen. Ähnlich sind wir beim Radwegeausbau vorgegangen. Man muss schauen: Wo stehen die Fördertöpfe und wie kommen wir an sie heran? Ohnehin müssen wir weiterhin vorsichtig sein. Die Coronakrise wird nicht ohne Auswirkungen an Wabern vorbeiziehen.
Welche Ihrer geplanten Vorhaben sind auf der Strecke geblieben?
Ein großes Problem ist der Umgang mit den Überschwemmungsgebieten, die uns erheblich bei der Bebauung hemmen. Es ist wirklich sehr schade, dass wir dafür teilweise noch keine Lösungen haben.
Was ist gut gelaufen?
Der Bau des Gesundheitszentrums in enger Zusammenarbeit mit Dr. Philipp Klapsing zum Beispiel. Medizinische Versorgung ist ein zentrales Thema, gerade auf dem Land. Auch der Bau des neuen Wohnheims der Baunataler Diakonie in Wabern ist ein wichtiger und guter Schritt.
Und wenn Sie an die kommenden fünf Jahre denken?
Vor allem die Entwicklung von Bauflächen wird eine große Herausforderung darstellen. Wir haben noch eine Fläche im innerörtlichen Bereich von etwa 8000 Quadratmetern, die wir entwickeln wollen. Dort sind aber keine Einfamilienhäuser geplant. Vielmehr müssen wir künftig in eine andere Richtung gehen, um die neuen Aufgaben zu bewältigen. Gerade durch die Coronakrise haben wir schließlich eine Trendwende festgestellt, die zeigt: Die Menschen besinnen sich zurück auf das Landleben. Homeoffice, Co-Working-Spaces, kleine Wohnungen für Alleinstehende – all das wird auf uns zukommen.
Bei der Wahl 2015 hatten Sie zwei Gegenkandidaten. Nun treten Sie allein an. Wir stehen Sie dazu?
Man wird durch Mitbewerber natürlich noch einmal mehr herausgefordert. Für den Wähler ist es ohnehin schöner, wenn es nicht nur einen Kandidaten gibt. Das ist keine Frage. Ich werde aber auch als alleiniger Kandidat Wahlkampf machen und nicht etwa sagen: „Gut, es gibt ja nur mich, da können wir mal ein bisschen zurückschrauben.“ Bürgerbeteiligung ist mir ganz wichtig.
Warum wollen Sie überhaupt noch einmal antreten?
Warum? Weil es Spaß macht! (lacht) Und weil es viel zu tun gibt. Hier herrscht ein gutes Miteinander, auch in den politischen Gremien. Es macht Freude, in der Gemeinde zu arbeiten. Wir haben ein tolles Team im Rathaus, im Bauhof, in den Kindertagesstätten. Es passt einfach. Wenn das so ist – warum sollte ich dann nicht noch mal weitermachen? Ich bin ja schließlich auch noch nicht im Rentenalter. (Daria Neu)

Zur Person: Claus Steinmetz

Claus Steinmetz (56) ist in Unshausen aufgewachsen. Nach dem Abitur an der Theodor-Heuss-Schule in Homberg hat er beim Landkreis eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolviert. Es folgte ein Fachhochschulstudium zum Diplom-Verwaltungswirt. Seit 1994 arbeitet Steinmetz bei der Gemeinde Wabern. Steinmetz ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. 

SPD unterstützt Bürgermeister Claus Steinmetz

Die SPD-Ortsvereine Wabern und Harle unterstützen wie bereits bei der vergangenen Bürgermeisterwahl die Kandidatur von Claus Steinmetz. Diese Entscheidung wurde kürzlich bei einer Mitgliederversammlung getroffen. Der Bürgermeister habe zahlreiche Projekte mit auf den Weg gebracht, heißt es in einer Mitteilung der Fraktion. Beispiele seien unter anderem die Unterstützung bei der Ansiedlung eines Seniorenheimes und der Errichtung eines Ärztehauses mit Diakoniestation und Tagespflege sowie beim Umbau des Bahnhofes. Die SPD hebt weiterhin den Neubau der Kindertagesstätten in Falkenberg und Wabern sowie die Fortführung des Radwegebau und zahlreiche weitere Projekte, die Steinmetz unterstützt habe, positiv hervor. 

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