Die Familie als Modell

Baubeginn in Wabern: Awo-Altenheim soll in einem Jahr fertiggestellt sein

So ist es geplant: Das Altenheim an der Kurfürstenstraße in Wabern wird nach diesem Modell gebaut. Foto: privat/Bau- und Planwerk

Wabern. Die Bäume sind schon gefällt, aber ansonsten ist es noch eine grüne Fläche. Bauschild, Zäune und ein Bagger deuten allerdings schon darauf hin, dass auf der Wiese bald etwas passieren wird.

Innerhalb von einem Jahr soll an der Kurfürstenstraße in Wabern ein Altenheim entstehen. Am Donnerstag gab es jetzt den symbolischen ersten Spatenstich durch den späteren Betreiber des Altenheims.

Jetzt kann gebaut werden. Vier Wohngemeinschaften für Senioren sollen bis September nächsten Jahres entstehen, wie Michael Schmidt, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Nordhessen am Donnerstag verkündete. 53 Plätze soll das Altenheim bieten, zwei Plätze sind für Kurzzeitpflege vorgesehen.

Erprobtes Konzept 

Schon bei dem Bau spielt das spätere Betreuungskonzept eine große Rolle, wie Schmidt den Gästen verkündete. Jeder spätere Bewohner werde ein eigenes Zimmer mit Bad haben, für Ehepaare können Zimmer miteinander verbunden werden. Jedes Zimmer soll etwa 25 Quadratmeter groß werden, die Küche werde gemeinsam genutzt. Das Modell sehe außerdem große Gemeinschaftsräume vor, die auch für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden.

In jeder Hausgemeinschaft sollen 13 Senioren leben. Schmidt: „Wir wollen eine familienähnliche Lebens- und Wohnsituation nachempfinden.“ Soziale Kontakte und individuelles Leben sollen im Vordergrund stehen. „Wir werden die Selbstbestimmung der Bewohner achten“, sagte Schmidt über das Konzept.

Der Bagger steht schon: Bürgermeister Günther Jung (von links), AWO-Geschäftsführer Michael Schmidt, Bauunternehmer Bernd Mühlenhof, Bauherr Carsten Grill, Architekt Jan von Hörsten, und Thomas Gille von der Sparkasse Schwalm-Eder feiern den Spatenstich für das Altenheim. Foto: Dittrich

Die Bewohner sollen entsprechend ihrer Fähigkeiten den Alltag möglichst eigenständig bewältigen. Unterstützt werden die Senioren dabei von den Pflegekräften der Awo. Das Modell sei in einem Heim in Sontra bereits erfolgreich erprobt worden, so Schmidt. Die Awo Nordhessen unterhält 27 Pflegeheime.

Schon während der Planung, die bereits vor Jahren begann, sei klar gewesen, dass nur die Awo „als Betreiber in Frage kommt“, erläuterte Waberns Bürgermeister Günther Jung. Deswegen beteiligt sich die Gemeinde Wabern auch direkt an dem Projekt: Sie gewährt für das Bauvorhaben ein Darlehen über eine Million Euro.

Beteiligt sind an dem Bauprojekt neben der Gemeinde außerdem die Kreissparkasse Schwalm-Eder als Finanzierer sowie die Deutsche Anlagen-Leasing. Mit dem Bau beauftragt wurde das Unternehmen Müller-Bau aus Bad Hersfeld mit Architekt Jan von Hörsten vom Architektenbüro Plan- und Bauwerk aus Winsen an der Aller.

Von Benedikt Dittrich

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