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Trikot des TSV Wabern für brasilianischen Präsidentschaftskandidaten

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Von: Christine Thiery

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Bei der Trikotübergabe: von links Landesabgeordneter für São Paulo Heni Ozi Cukier, Journalist Mark Stoffers, Sergio Moro, Roland Zimmermann (B.Braun Melsungen) und Luis Felipe Cunha, Wahlkampfleiter von Sergio Moro.
Bei der Trikotübergabe: von links Landesabgeordneter für São Paulo Heni Ozi Cukier, Journalist Mark Stoffers, Sergio Moro, Roland Zimmermann (B. Braun Melsungen) und Luis Felipe Cunha, Wahlkampfleiter von Sergio Moro. © Matthias Udwardi

Der brasilianische Präsidentschaftskandidat Sergio Moro bekam bei seinem Besuch in Hamburg, bei dem er auch ein Interview gab, ein Trikot des TSV Wabern überreicht.

Wabern – Ein Foto mit einem Fußballtrikot aus dem Landkreis sorgt gerade für Furore: Der brasilianische Präsidentschaftskandidat Sergio Moro bekam bei seinem Besuch in Hamburg, bei dem er auch ein Interview gab, ein Trikot des TSV Wabern überreicht. Das Shirt ist mit der Nummer 12 und seinem Namen versehen.

Moro veröffentlichte das Foto auf seinem Twitter-Kanal und seitdem geht es viral. Er schrieb: „Vielen Dank für die Überreichung des Trikots des TSV Wabern mit der Nummer 12. Ich weiß, dass diese Nummer den Fans gehört und oftmals nicht vergeben wird. Ich fühle mich geehrt.“

Der 49-jährige brasilianische Präsidentschaftskandidat war zu einem Treffen internationaler Unternehmerverbände und anderer Institutionen nach Deutschland gekommen (HNA berichtete). Einer der Vermittler dieses Treffens ist der Waberner Frederico Ventura Wollny. Das TSV-Mitglied kennt Moro persönlich.

Waberner vermittelt Trikot des TSV-Wabern an brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Sergio Moro

Wollny, deutsch-brasilianischer Geschäftsmann, lebt seit 2008 mit seiner Frau Kerstin in Wabern. Ihre beiden Söhne, vier und acht Jahre alt, spielen beim TSV Wabern in den Fußball-Jugendmannschaften. Wollny wurde in Rio de Janeiro geboren und wuchs dort auf. Als Manager und Vermittler unterstützt er Unternehmen beim Geschäftsaufbau sowie Marketing und Vertriebsorganisation. Er arbeitet schwerpunktmäßig in den Bereichen Gesundheitswesen und Medizintechnik.

Zudem engagiert er sich federführend im Aufbau des deutsch-brasilianischen Unternehmernetzwerks. Wollny gilt als Kenner Lateinamerikas und der portugiesischsprachigen Volkswirtschaften Afrikas (z. B. Angola und Mosambik). Seine Familie hätte schon früher Verbindungen in die politische und kulturelle Welt Brasiliens gehabt. Sein Anliegen sei es nun, die deutsch-brasilianischen Verbindungen zu unterstützen und zu stärken.

Daher hatte er die Idee, Sergio Moro bei seinem Besuch in Hamburg zur Völkerverständigung ein Trikot des Vereins zu überreichen. „Deutschland und Brasilien haben eine historisch lange Verbindung“, sagt Wollny. Ganz zu schweigen von der Fußballleidenschaft beider Länder. Moro habe sich sehr über das Trikot des TSV Wabern gefreut und seine Übergabe als eine schöne Geste empfunden.

Der Vereinsvorsitzende des TSV, Wilfried Bergmann, war zunächst von der Anfrage Wollnys überrascht gewesen. Er habe Frederico Ventura Wollny gar nicht gekannt, bei 1000 Mitgliedern sei dies nicht unüblich. Er habe sich dann über den brasilianischen Präsidentschaftskandidaten informiert.

Trikot des TSV-Wabern für brasilianische Präsidentschaftskandidaten Sergio Moro

Sergio Moro war von Januar 2019 bis zu seinem Rücktritt im April 2020 Justizminister unter Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro. Zuvor war er ab 2014 als Bundesrichter zuständig für die „Operation Lava Jato“, welche die Verflechtung von Politikern und Geschäftsleuten in Korruptionsfälle aufklären sollte. Moro, der für die Partei Podemos antritt, gelte, so Bergmann, als einer im Zentrum der brasilianischen Parteienlandschaft angesiedelten Kandidaten. Dass der Verein mit Moro in Verbindung gebracht werde, sei in Ordnung, daher habe er Wollny das Trikot gern zur Verfügung gestellt.

Dass der TSV Wabern nun so prominent im Rampenlicht stehe, sei eine schöne Sache. Ob das allerdings die Zuschauerzahlen des TSV in die Höhe schießen lasse, bezweifelt Bergmann schmunzelnd. Die Leute könnten sich aber gern vom guten Fußball der Mannschaften überzeugen lassen und vorbeischauen. (Christine Thiery)

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