Vogelschützer fordern Rücksicht

Gefahr aus der Luft: Drohnen stören in Wabern Störche bei der Brut

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Über dem Horst dürfen nur die Störche fliegen, keine Drohnen: Unser Bild zeigt Storch Paco auf dem Horst Mose in Wabern. 

Wabern. Ulrike Mose hat ihren Storchenhorst fast immer im Blick. Auf dem 30 Meter hohen Schornstein in Wabern brütet das Storchenpaar Paco und Marie.

Jetzt waren die Vögel jedoch nicht alleine. Eine Drohne kreiste über dem Nest. „Die Drohne stand etwa zwei Meter über dem Nest. Das war grenzwertig“, erinnert sich die 62-jährige Mose. Ihr Mann Dieter rannte die Straße hinunter und erwischte den Drohnenpiloten. Der gab sich unwissend.

Fakt ist, dass der Drohnenpilot eine Ordnungswidrigkeit begangen hat, denn das Stören von besonders geschützten Arten – zu diesen gehört der Weißstorch – während der Brut- und Aufzuchtphase ist im Bundesnaturschutzgesetz geregelt. „Es ist verboten, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen (...) und die Lebensstätten wild lebender Tiere (...) ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen“, heißt es im Paragraf 39. Anstatt einer Anzeige gab es nur eine Ansprache.

Mose erklärte dem Piloten, warum eine Drohne viel Schaden anrichten kann. Gerade jetzt, wo in allen sieben Waberner Horsten gebrütet wird. „Die Störche werden aufgeschreckt und verlassen den Horst. Dann kühlen die Eier aus“, sagt Ulrike Mose. Die Drohne über dem Schornstein sei kein Einzelfall. Auch über dem Horst der katholischen Kirche und dem Horst Riedinger seien schon Drohnen gesichtet worden. Auch dort wurde mit dem Piloten gesprochen und auf weitere Schritte verzichtet. „Wenn es wieder vorkommt, müssen wir aber andere Wege gehen. Dann werden die Drohnenpiloten angezeigt“, sind sich die Horstbesitzer laut Mose einig.

Dabei gebe es auch ohne Drohnen genügend Möglichkeiten, sich an den Störchen zu erfreuen. Für die Beobachtung empfiehlt Ulrike Mose die Bahnbrücke oberhalb der Moschee in Wabern. Von dort hat man vier Horste im Blick: Kirche, Riedinger, Schornstein Mose und den Spänebunker Blecher.

Naturfreunde könnten auch gerne zur Tischlerei Mose kommen und fragen, ob sie vom Grundstück aus die Tiere beobachten dürfen. Schließlich hätten alle Vogelfreunde ein gemeinsames Interesse: „Wir wollen uns alle an den Jungstörchen erfreuen und hoffen, dass sie groß werden und wegfliegen können“, sagt Ulrike Mose.

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