Neujahrsempfang der Umweltpartei

Grüne wollen Zuversicht verbreiten

Wabern. Umweltministerin Priska Hinz hat garantiert schon vor volleren Sälen gesprochen: Die Grippewelle hatte die Zahl der Gäste beim Neujahrsempfang von Bündnis90/Die Grünen auf knapp 50 Besucher dezimiert.

Hinz sprach zu einem Thema, das aber auch in einem rappelvollen Saal volle Aufmerksamkeit bekommen hätte – dem Leben auf dem Lande. 80 Prozent der Deutschen seien im ländlichen Raum zuhause – damit müssten dort die Voraussetzungen für ein gutes Leben und Arbeiten geschaffen werden. Und vor allem die Bedingungen dafür, dass junge Leute wieder Lust hätten, auf dem Land zu bleiben statt in die Stadt zu ziehen.

Es war ein Plädoyer für die ländliche Region, das Priska Hinz hielt. Der Schwalm-Eder-Kreis profitiere von Förderprogrammen, die viele Ziele, aber alle einen gemeinsamen Nenner haben, sagte sie: Allen gemeinsam sei es, die Menschen zum Mitmischen und Mitgestalten zu motivieren.

Hinz streifte Themen, die seit Jahren Dauerbrenner sind. Es ging ihr um Mobilität(„Auf dem Land muss man sich deutlich mehr Gedanken darum machen, wie die Menschen von A nach B kommen als in der Stadt.“) Und sie ging auch auf die Probleme der Landwirtschaftein: Hinz betonte die Verantwortung der Bauern in Hinsicht auf Ökosysteme und Klimaschutz – und sie machte zugleich auf die finanzielle Misere aufmerksam, die viele Landwirte angesichts der niedrigen Preise für Milch- und Schweine erleben. Ihre Mahnung an die Verbraucher: „Gute Lebensmittel bekommt man nicht zum Billigpreis.“

Und nicht zuletzt ging es ums dringend notwendige schnelle Internet: „Der ländliche Raum muss ein digitaler Raum werden“, forderte Hinz. Bis Ende 2018 sollen die Leitung bis 50 Mbit stehen, 60 Mio. Euro habe das Land Hessen für den Breitbandausbau vorgesehen: „Wir arbeiten daran, dass das Leben auf dem Land ein noch besseres wird“, so ihr Versprechen.

Den Optimismus teilte sie mit Dr. Bettina Hoffmann (Niedenstein). Die Kreisvorsitzende hatte ihre Rede unter das Motto „Zuversicht statt Zweifel“ gestellt. Denn trotz aller gesellschaftlichen Herausforderungen müsse man sich bei allen Klagen auch immer wieder eines vor Augen führen: „Es geht uns gut.“

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