Im Fluss sollen sich Tiere tummeln

Renaturierung der Eder bei Wabern wird im Herbst fertiggestellt

Für einen natürlichen Wasserverlauf: Die Ederrenaturierung in Wabern wird vom Land Hessen gefördert und soll für eine große Artenvielfalt im und am Fluss sorgen.
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Für einen natürlichen Wasserverlauf: Die Ederrenaturierung in Wabern wird vom Land Hessen gefördert und soll für eine große Artenvielfalt im und am Fluss sorgen.

In verschiedenen Abschnitten wird derzeit die Eder bei Wabern renaturiert, Wir haben uns erklären lassen, worauf es bei dieser Arbeit ankommt und wie die Artenvielfalt zu schützen ist.

Wabern – An einem natürlichen Flussufer wimmelt es von Lebewesen. Und auch im Gewässer selbst tummeln sich zig Tierarten – manche sind so klein, dass man sie mit bloßem Auge gar nicht erkennen kann. Die Eder ist also eine echte Lebenswelt, für vieles, was krabbelt, schwimmt und kriecht.

Doch in den vergangenen Jahrzehnten haben etliche menschliche Veränderungen dafür gesorgt, das der rund 176 Kilometer lange Fluss, der im Rothaargebirge entspringt und in der Fulda mündet, kein so optimaler Lebensraum mehr ist, wie er es war. Das wurde in aufwendiger Arbeit nun weitestgehend rückgängig gemacht.

Renaturierung – so nennt man ein solches Projekt, erklärt Bettina Rabe vom Planungsbüro Oppermann. Wie viele andere Flüsse in der Region wurde auch die Eder an unterschiedlichen Stellen zu großen Teilen in ihre ursprüngliche Form zurückgebracht. Das dies von hoher Bedeutung ist, ist sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene längst bekannt. Vor allem die Kommunen seien dazu verpflichtet, Gewässer zu schützen, erklärt der Waberner Bürgermeister Claus Steinmetz, mit dem wir uns einen Teil des Vorhabens in der Rübengemeinde angeschaut haben.

Vor Ort mit dabei ist neben Steinmetz und Rabe auch Ulrich Grün. Er ist Architekt und kümmert sich für die Gemeinde um das Thema Umwelt- und Naturschutz. Rund 700 000 Euro umfasst die Renaturierung der Eder im Waberner Gebiet. Zwei Teilstücke von einmal 150 und einmal 220 Metern sind bereits fertig. Die letzten Arbeiten an einem 320 Meter langen Stück des Flusslaufs sollen im Herbst dieses Jahres abgeschlossen werden. Alle Teilstücke befinden sich rechts und links der Ederbrücke bei Niedermöllrich. Begonnen hat man mit der Renaturierung bereits im Jahr 2016.

An der Eder angekommen, sieht man, was die Umweltexperten meinen: Der Fluss schlängelt sich durch die teils bewaldeten Flächen. Inmitten des Gewässers sind immer wieder Kiesbänke zu erkennen. Rechts und links am Flussufer türmen sich ebenfalls unterschiedlich große Steine. „Steine sind wichtig, um dem Gewässer seine Eigendynamik zurückzugeben“, erklärt Bettina Rabe.

Freuen sich über die renaturierte Eder in Wabern: von links Architekt Ulrich Grün, Bettina Rabe vom Planungsbüro Oppermann und Bürgermeister Claus Steinmetz.

Ein verzweigter Flusslauf gebe kleinen Lebewesen die Möglichkeit zu laichen, Fischen die Chance eine Kinderstube zu errichten. „Man baut bei einer Renaturierung die Altarme eines Flusses nach, die ihm vor allem in den 70er-Jahren genommen wurden“, ergänzt Ulrich Grün. Seinerzeit sei viel kanalisiert worden. Effizienz habe häufig eine größere Rolle gespielt als der Umweltschutz. Die Uferbefestigung mit Basalt sei sogar schon vor etwa 100 Jahren vorgenommen worden.

„Je mehr Strukturen es gibt, desto mehr Artenvielfalt herrscht“, sagt Rabe. Bachforelle, Barbe und Döbel sind nur ein Bruchteil der Fischarten, die in der Eder – die übrigens zu einem der besten Gewässer im weiten Umkreis zählt – leben.

In Fritzlar und Felsberg beispielsweise wurde die Eder bereits an vielen Stellen renaturiert. Aber nicht nur die Eder, sondern auch die Schwalm soll noch in ihre natürliche Form zurückversetzt werden. Es ist noch viel zu tun auf dem Weg zurück zur Natur, zum Ursprung, zu dem, wie es eigentlich mal war. (Daria Neu)

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