Bei Niedermöllrich

Kanu kentert auf der Eder: 50 Retter suchen nach vermisster Frau

Großer Einsatz: 50 Einsatzkräfte suchten bei Wabern nach der vermissten Frau. Sie saß mit zwei weiteren Frauen in einem Kanu, dass auf der Eder gekentert ist.
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Großer Einsatz: 50 Einsatzkräfte suchten bei Wabern nach der vermissten Frau. Sie saß mit zwei weiteren Frauen in einem Kanu, dass auf der Eder gekentert ist.

Ein Kanu mit drei jungen Frauen an Bord ist auf der Eder gekentert. 50 Einsatzkräfte suchten nach einer Vermissten.

Wabern – Ein Kanuunfall bei Niedermöllrich rief am Samstag 50 Einsatzkräfte auf den Plan: Passanten hatten gegen 19.15 Uhr die Feuerwehr alarmiert, da sie von einer Brücke in Niedermöllrich Gegenstände in der Eder treiben sahen und einen Unfall vermuteten.

Tatsächlich war ein Kanu gekentert, drei Insassen in die Eder gefallen. Die jungen Frauen gehörten zu einer 21-köpfigen Gruppe von Fußballerinnen aus der Schwalm, die eine Kanutour vom Edersee nach Niedermöllrich unternommen hatten. Während zwei der drei vermissten Frauen schnell aufgefunden werden konnten, dauerte es, bis die dritte Kanufahrerin am Ufer der Eder gerettet wurde: Sie saß in unwegsamen Gelände fest.

Kanu kentert auf der Eder: Die Lage war anfangs verwirrend

Die Lage war anfangs unklar und verwirrend gewesen, berichtet Waberns stellvertretender Gemeindebrandinspektor Kristian Ewald, da von vielen Seiten widersprüchliche Meldungen eingegangen seien. Zunächst habe es geheißen, dass alle Personen, die im gekenterten Kanu saßen, gerettet worden seien. Dann wieder galten drei Personen als vermisst und erst dann habe sich herausgestellt, dass es eine Vermisste gab, die im Bereich zwischen Obermöllrich und Niedermöllrich vermutet wurde.

„Es war eine komplizierte Lage“, berichtet Ewald, da auch andere Teilnehmerinnen schon lange am Ziel angekommen und abgeholt worden waren: „Es gab keine Infos, wer wohlbehalten war und wer fehlte.“ Was die Situation vermutlich nicht besser machte, war die Tatsache, dass zwischen Unfall und Alarmierung mehr als eine Stunde lag, da nicht die Beteiligten selbst, sondern erst die besorgten Passanten auf der Brücke die Feuerwehr riefen. Die Retter nahmen die Suche mit zwei Rettungsbooten der Feuerwehr und den Strömungsrettern der DLRG auf. Am Ufer waren Feuerwehrleute zu Fuß unterwegs.

Kanu kentert auf der Eder: Helfer hatten Kontakt über Handy mit der Vermissten

Im Laufe des Einsatzes habe man über Handy Kontakt mit der vermissten jungen Frau aufnehmen können, die schon über einen längeren Zeitraum durchnässt am Ufer der Eder zwischen Brennnesseln festsaß, aber selbst nicht telefonisch Hilfe suchte, so Ewald. Drei junge Frauen kamen mit Unterkühlung ins Krankenhaus, die B 254 bei Niedermöllrich war zwei Stunden lange gesperrt. Im Einsatz waren die Feuerwehren Niedermöllrich, die Waberner und Felsberger mit Rettungsbooten, der Wasserrettungszug Schwalm-Eder des DLRG, Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar sowie zwei Rettungswagen, ein Notarzt und die Polizei. (Claudia Brandau)

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