Gemeinde hat etwas dagegen

Ladesäule nur für Gäste: Wabernerin soll ihr Auto nicht am Rathaus aufladen

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Sie laden ihren Elektro-Smart weiter bei der Gemeinde Wabern auf: Michaela Fischbach und Roy Forster.

Michaela Fischbach ist auf ein Elektroauto umgestiegen. Ihren Smart lädt sie am liebsten an der Ladesäule vor dem Waberner Rathaus auf. Doch die Gemeinde hat etwas dagegen. 

Der Wechsel vom Diesel in die Welt der Elektromobilität ist für Michaela Fischbach schwierig. Es gibt kaum Ladesäulen, sie muss ihren Smart jeden Tag über den Stromanschluss zuhause aufladen. Das dauert acht Stunden. 

Die neue Elektroladesäule der Gemeinde Wabern kam für sie wie gerufen. Dort ist die Batterie ihres Smart schon nach 40 Minuten wieder voll. Und das kostenlos. Doch die Gemeinde hat etwas dagegen. Die Wabernerin soll ihr Auto dort nicht aufladen.

Die 53-Jährige fährt seit November ein Elektroauto. Ihr Lebensgefährte Roy Forster hat ihr den orangefarbenen Flitzer für zwei Jahre geleast. „Es ist ein Test. Wir wollen wissen, ob sich ein Elektroauto lohnt und wie hoch der Verbrauch ist“, erklärt Forster.

Elektroauto laden - Dauer von acht Stunden

Fischbach pendelt täglich von Wabern zur Arbeit nach Kassel. Der Smart schafft im Winter mit einer Batterieladung 100 Kilometer. Bei der Arbeit hat sie keine Möglichkeit, die Batterie aufzuladen. So muss sie das Auto jeden Abend an die heimische Steckdose klemmen. Doch das dauert Fischbach zu lange. 

Seitdem sie die Ladesäule der Gemeinde entdeckt hat, fährt sie einfach dorthin und lädt auf. Zum Unmut von Bürgermeister Claus Steinmetz. Eines Tages steckte ein Zettel hinter den Scheibenwischern. Es war eine Nachricht des Bürgermeisters. Michaela Fischbach rief den Rathauschef an und erfuhr, dass die neue Ladesäule nicht für die Waberner, sondern für Auswärtige gedacht ist.

Ladestation Elektroauto - "Wenn ich eine Ladesäule aufstelle, dann doch für alle"

Fischbach fühlt sich ungerecht behandelt. „Wenn ich eine Ladesäule aufstelle, dann doch für alle“, sagt sie. Die Wabernerin habe vor dem ersten Laden sogar bei der Gemeinde angerufen. „Die Frau am Telefon hat sich gefreut, dass jemand das Auto aufladen möchte“, schildert Fischbach.

Es gehe ihr auch nicht darum, Geld zu sparen. „Ich würde für das Laden auch bezahlen“, sagt Michaela Fischbach. „Es geht mir nur um die Geschwindigkeit.“ Um auch zuhause die Batterie so schnell aufladen zu können, benötigt sie eine sogenannte Wallbox. Die kostet laut Forster für Fischbachs Bedarf zwischen 1000 und 1500 Euro. Eine Anschaffung, die Fischbach scheut. „Ich weiß doch nicht, ob ich das Elektroauto behalte.“

Aufladen Elektroauto kostenlos - Das sagt der Bürgermeister:

Erst Ende November hatte die Gemeinde Wabern die Ladesäule für Elektroautos am Rathaus aufgestellt. Es ist die erste im Kernort. Pendler, die in der Gemeinde arbeiten, Touristen und Besucher im Rathaus sollen ihre Fahrzeuge aufladen können. Zwei Anschlüsse stehen dafür bereit. Für Waberner ist die Säule nicht gedacht. „Wir möchten nicht, dass Anwohner die Ladestation blockieren“, sagt Bürgermeister Claus Steinmetz. Das Aufladen ist derzeit kostenlos, dies wird sich laut Steinmetz jedoch Anfang des Jahres ändern.

Dieses Video ist Teil der Plattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

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