Tag der Loblieder: Waberner Parlament verabschiedet Haushalt einstimmig

Wabern. Haushaltsberatungen sind dieser Tage eher traurige Veranstaltungen. Da werden meist Klagelieder angestimmt. Nicht so in Wabern.

Dort erklingen Lobeshymnen auf die sparsame Haushaltsführung und den umsichtigen Umgang mit dem - nicht unerheblichen - Vermögen. Wie zu erwarten war, verabschiedete das Parlament am Donnerstag einstimmig den Haushaltsplan für 2015.

Eckdaten: Bei einem Volumen von 11,3 Millionen Euro schließt der Etat mit einem Überschuss von 153.000 Euro ab. Die Gemeinde will 2,4 Millionen Euro investieren und muss dazu keine Kredite aufnehmen. Der Schuldenstand beläuft sich auf 480.000 Euro. Allerdings hat Wabern auch einen Kassenbestand (Guthaben) von acht Millionen Euro vorzuweisen.

Einschätzungen: „Der Haushalt ist solide und mit Augenmaß finanziert. Er enthält auch keine Abschiedsgeschenke oder Denkmäler für den scheidenden Bürgermeister“, fasste SPD-Sprecher Georg Bauer die Lage zusammen.

Die Menschen profitierten von der sparsamen Haushaltsführung und der guten Einnahmesituation, meinte er. Wie gut es um die Gemeinde Wabern steht, machte Bauer anhand der Kindergarten-Situation deutlich. 1,44 Millionen Euro würden für die Betreuung der Kinder aufgewendet, nur 104 000 Euro davon seien durch Gebühren gedeckt. Schwalmstadt dagegen müsse die Eltern erheblich belasten (wir berichteten). Bauer: „Für was sollte das Geld wohl besser ausgegeben werden als für Kinder.“

Die Einnahmen aus Steuern seien so hoch wie noch nie, freute sich auch Jürgen Schweinebraden (FWG). Für 2015 rechnet die Gemeinde mit 4,8 Millionen Euro, das sind 320.000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Wabern habe eine Eigenkapitaldeckung von 93 Prozent. „Das ist eine Traumquote“, sagte Schweinebraden. Seiner Ansicht nach sollten aber künftig höhere Beträge für die Gebäudeunterhaltung eingeplant werden, damit es nicht zu einem Investitionsstau komme.

Die sehr positive Entwicklung bei den Steuereinnahmen unterstrich auch Kristian Ewald (CDU). Er wünschte sich eine bessere Ausstattung der Veranstaltungsräume im Bahnhof und erinnerte daran, dass Zennern nur noch zweieinhalb Jahre in der Dorferneuerung sei und die größeren Projekte noch immer nicht begonnen wurden.

Bewegung auf Zuckermarkt

„Als rundweg solide“, beschrieb auch Volker Meyfarth (FDP) die Haushaltssituation Waberns. Er machte aber darauf aufmerksam, dass sich die Situation auch schnell ändern könne. 2017 laufe die Europäische Zuckermarktordnung aus. Daraus könnten sich auch für die Waberner Zuckerfabrik, den größten Steuerzahler der Gemeinde, gravierende Folgen ergeben.

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