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Nach Einbrüchen in Feuerwehrgerätehäuser: Wehren sind wütend und geschockt

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Die Jugendfeuerwehren Gudensberg sammelten Weihnachtsbäume ein: Mit dabei waren von links Marie Ott, Kasper Madlony, Alina Hoffmann, Marlon Wagner, Lili Theis, Theo Kaiser und Emily Kaiser.
Die Jugendfeuerwehren Gudensberg sammelten Weihnachtsbäume ein: Mit dabei waren von links Marie Ott, Kasper Madlony, Alina Hoffmann, Marlon Wagner, Lili Theis, Theo Kaiser und Emily Kaiser. © Feuerwehr Gudensberg

Unbekannte sind in Feuerwehrgerätehäuser in Großenenglis, Gombeth, Niedermöllrich, Cappel, Lohre, Uttershausen und Falkenberg eingebrochen und haben Geld gestohlen. 

Fritzlar-Homberg – Einbrecher haben es auf Feuerwehrgerätehäuser abgesehen. In den vergangenen Tagen kam es dort zu sieben Einbrüchen – in Großenenglis, Gombeth, Niedermöllrich, Cappel, Lohre, Uttershausen und Falkenberg.

„Es macht einen wütend“, sagt Waberns Gemeindebrandinspektor Roland Grede zu den vermehrten Einbrüchen. Er habe keine wirkliche Erklärung für die Taten. „Der angerichtete Schaden ist höher als das erbeutete Geld“, sagt er. Die Täter hätten es in den Feuerwehrhäusern in Uttershausen, Falkenberg und Niedermöllrich nur auf Bargeld abgesehen, denn Geräte wurden keine entwendet. „Und in den Wechselgeldkassen sind nicht mal riesige Summen“, erklärt Roland Grede.

Die Einbruchserie startete nach der Weihnachtsbaumsammelaktion der Jugendfeuerwehren. „Es liegt nahe, dass das für die Einbrecher der Grund gewesen sein könnte, aber ob es letztlich so war, muss noch aufgeklärt werden“, sagt Grede. Die gesammelten Spenden wurden nicht in den Feuerwehrgerätehäusern aufbewahrt.

Das Geld werde von den Kassierern auf die Bank gebracht. „Das ist am sichersten, da in den Feuerwehrhäusern auch ein reger Durchgangsbetrieb herrscht“, so Grede. Er finde es schrecklich, dass Geld gestohlen wurde, das von den Jugendfeuerwehren erarbeitet wurde.

Einbrecher nahmen Stationen der Retter ins Visier

„Den Rettern noch den letzten Euro aus der Spardose zu klauen – wer macht denn so was?“, fragt Borkens Wehrführer Mario Diehl. Er zeigt sich nicht nur wütend, sondern auch betroffen: „Solche Einbrüche machen deutlich, wo wir gesellschaftlich stehen. In Berlin werden die Retter angegriffen, auf dem Land die Feuerwehrhäuser aufgebrochen.“

Viele Möglichkeiten, sich zu schützen gebe es nicht: „Wir können die Gerätehäuser ja nicht alle bewachen.“ Eine Möglichkeit sei es, Bewegungsmelder anzubringen, um lichtscheue Gestalten zu vertreiben. Auch Überwachungskameras seien als Schutzmaßnahmen sinnvoll. Dennoch sei es erschütternd, dass die Täter überhaupt die Stationen der Retter ins Visier nähmen.

Marlon Fricke macht es sich auf den Tannenbäumen gemütlich.
Marlon Fricke macht es sich auf den Tannenbäumen gemütlich. © Feuerwehr Gudensberg

Auch bei den Gudensberger Feuerwehren seien alle geschockt gewesen, als sie von den Einbrüchen in die Feuerwehrgerätehäuser hörten. „Dass die Einbrecher es nur auf Geld abgesehen haben, ist sehr untypisch“, sagt Pressesprecher Bernd Völske. Viele, die in solche Häuser einbrechen, würden hydraulische Geräte mitnehmen. „Mit solchen Scheren oder Spreizern verfolgen sie dann das Ziel, die nächsten Einbrüche besser durchziehen zu können“, so Völske.

Pressesprecher der Gudensberger Feuerwehren verurteilt Einbrüche

Doch wenn diese Geräte gestohlen würden, fehle den Feuerwehrleuten bei anstehenden Einsätzen wichtiges Werkzeug, um beispielsweise Menschen aus einem Auto befreien zu können. Sollten es die Einbrecher wirklich zielgerichtet auf die Spenden der Weihnachtsbaumsammelaktionen abgesehen haben, sei das sehr traurig: „Die Kinder und Jugendliche machen gerne diese Sammelaktionen. Von den Spenden werden Zeltlager oder Grillabende auf die Beine gestellt. Ihnen das Geld so wegzunehmen, ist erschreckend“, sagt Völske.

Schockiert zeigt sich auch Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar: Dass Spendengeld ausgerechnet von jenen gestohlen werde, die sich für die Allgemeinheit einsetzen, das gehe gar nicht, betont sie. 

Polizei schließt Zusammenhang mit Weihnachtsbaumsammelaktionen nicht aus

Die Einbrecher brachen Türen auf und schlugen Fenster ein, um in die Aufenthaltsräume ein, richteten damit großen Sachschaden an und stahlen Spardosen und Bargeld.

Ein unmittelbarer Zusammenhang zu den Aktionen der Jugendwehren, die in den vergangenen Tagen im ganzen Landkreis die Weihnachtsbäume eingesammelt hatten und dabei auch Spenden erhalten haben, könne nicht ausgeschlossen werden, sagt Polizeisprecher Markus Brettschneider von der Polizeidirektion Schwalm-Eder auf HNA-Anfrage. Offenbar waren die Täter davon ausgegangen, dass die damit verbundenen Spenden in den Gerätehäusern aufbewahrt werden – was in einigen der Fälle wohl auch der Fall war.

Einbrecher richteten großen Sachschaden an Feuerwehrgerätehäusern an

„Es wurden nicht nur Kaffeekassen-Geldbeträge gestohlen“, so Brettschneider. Über die genaue Höhe der entwendeten Beträge macht die Polizei keine Angaben. Nur so viel: Es wurde auf einem Tisch liegendes Geld gestohlen, ebenso fanden sie Geld in Schränken und stahlen Münzen und Scheine aus Kassen und Spardosen.

Die Summe des bei den sieben Einbrüchen angerichteten Sachschadens beziffert die Polizei auf insgesamt 8530 Euro. Den größten Schaden richteten sie laut Polizei in Gombeth an. Dort entfernten die Täter eine Scheibe aus dem Rolltor des Gerätehauses und gelangten so in die Räume, in denen sie mehrere Schränke durchsuchten. Anschließend flohen sie durch zwei aufgebrochene Fenster. (Maja Yüce, Claudia Brandau, Cora Zinn und Lea Beckmann)

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