Wabern

Pfarrerin Sabine Koch gestaltet Weihnachtsfest trotz Corona-Pandemie kreativ

Voller Freude auch in herausfordernden Zeiten: Pfarrerin Sabine Koch.
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Voller Freude auch in herausfordernden Zeiten: Pfarrerin Sabine Koch.

Sie lässt sich von der Corona-Pandemie nicht abhalten. Pfarrerin Sabine Koch hat kreative Ideen für das Weihnachtsfest in ihrer Gemeinde.

Wabern – Der alten Dame am Sterbebett die Hand halten zu können, das „O du fröhliche“ aus vollem Hals in einer vollbesetzten Kirche singen zu können – es gibt viele Dinge, die Sabine Koch vermisst, während das zweite Weihnachtsfest in Zeiten der Pandemie naht. Und doch blickt sie mit zuversichtlichem Lächeln auf die schlichte, weiße Christbaumkugel, bevor sie sie ins nadelige Grün hängt.

Freude ist darauf zu lesen, und eben die zu verbreiten, ist ihr ein besonderes Anliegen in dieser herausfordernden Zeit. Die Pfarrerin aus Hebel ist in ihrer Gemeinde so etwas wie eine Freudenbringerin, hat sie doch in der Adventszeit jede Menge Weihnachtszauber in die Welt gebracht.

„Not macht erfinderisch, wir gehen einfach raus zu den Menschen“, sagt sie, hat den Weihnachtsbaum kurzerhand nicht in, sondern vor der Kirche geschmückt und lässt sich vom Virus nicht ausbremsen. Ob in Kirchgarten, Park oder Wald, es gebe doch so viele schöne Möglichkeiten, um Gottesdienst zu feiern. Zudem sei, wie schon im Vorjahr, der Kirchgarten zum Adventsgarten geworden. „Eine Konfirmandin hatte riesige Engelsflügel aus Sperrholz bemalt, ein Schreiner eine Stallkulisse gebaut, das haben wir in diesem Jahr auch wieder so gemacht.“

Doch das ist längst nicht alles: „Unsere ältesten Gemeindemitglieder haben einen Weihnachtsgruß in den Briefkasten bekommen und an der Kirchentür kann man sich einen Segen abscannen“, sagt die Pfarrerin.

Raus zu den Menschen: Sabine Koch hat mit der Gemeinde einen Waldgottesdienst gefeiert.

Die digitale Welt ist für Koch nach wie vor eine wichtige Alternative. „Es ist erstaunlich, was man mit einer Handykamera alles zaubern kann, momentan ist das mein wichtigstes Arbeitsmittel“, sagt Koch. Auch die Jüngsten hätten daran viel Freude, so ist beispielsweise das Krippenspiel aus Unshausen in diesem Jahr via Youtube zu den Menschen gekommen. „Die Kinder haben gemalt und erzählen dazu die schönste Geschichte der Welt“, sagt die Pfarrerin, die ohne Corona wohl nicht einmal darüber nachgedacht hätte, überhaupt bei Youtube ein eigenes Konto anzulegen. Nicht nur dort verbreitet sie ihre Videobotschaften, längst haben auch andere Social-Media-Kanäle Einzug in den Gemeindealltag gehalten.

„In meinem Status, den regelmäßig über 100 Menschen aus der Gemeinde lesen, gibt es jeden Tag Gebete und Links zu adventlichen Themen“, sagt Koch. Eines ist ihr besonders wichtig: „Ich habe die Ideen nicht allein, mein Kirchenvorstand und das Team der Kinder- und Jugendarbeit sind nicht weniger kreativ.“

Und was würde sich Sabine Koch selbst für eine Weihnachtsfreude beim Lieferdienst bestellen, wenn sie es könnte? Das, so sagt sie, sei ganz klar. Sie würde sich wünschen, der alten Dame auf dem Sterbebett wieder die Hand halten und in einer vollbesetzten Kirche aus vollem Hals das „O du fröhliche“ singen zu können. (Sascha Hoffmann)

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