"Kinder für Nordhessen" machte es möglich: Kurs in Falkenberg

Pferde machen Melsunger Schülern Mut

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Hatten viel Spaß mit den Pferden: (von links) Jonas Greiner, Justus Dithmar, Isak Ermann, Joelina Bachmann und Nolan Nieter mit Lehrerin Damaris Rohde. 

Falkenberg/Melsungen. Schüler der Fuldatalschule Melsungen profitierten von einem Persönlichkeitstraining mit Pferden bei Anorak21 in Falkenberg.

Mit kleinen Schritten führt Justus Dithmar ein kleines braunes Pony durch einen Slalomweg, der durch bunte Kunststoffröhren markiert ist. Das Halfter hält er locker in der Hand. Auf dem Kopf trägt der kleine Junge einen Cowboyhut, der ihm immer wieder leicht ins Gesicht rutscht. „Vorsichtig, jetzt nach rechts“, sagt Joelina Bachmann, die auf dem Rücken des Pferdes sitzt. Geschafft, alle drei haben den Parcours erfolgreich gemeistert. Kaum vom Pferd abgestiegen, flitzen Joelina und Justus über den Reitplatz zur nächsten Station.

Auf der Ranch von „Anorak21“ in Falkenberg haben 16 Kinder der Melsunger Fuldatal-Schule am „Horseman-Ship“ teilgenommen, einem Kurs,bei dem sie ein Persönlichkeitstraining mit Pferden durchlaufen. „Die Kinder lernen hier, Vertrauen und Empathie zu empfinden“, erklärt Lehrerin Damaris Rohde. Auch die gegenseitige Rücksichtnahme steht im Vordergrund.

Bereits in den Sommermonaten hatte die Gruppe den Kurs besucht, der durch das Projekt „Kinder für Nordhessen“ finanziell unterstützt wurde. Kinder der ersten bis vierten Klasse durften die Pferde auf der Ranch kennenlernen, sie mit einem Seil führen und auf ihnen reiten. „Die Tiere sollen als Partner wahrgenommen werden“, sagt Rohde. Alle Kinder hätten sich in den zehn Einheiten in Falkenberg komplett auf die Pferde eingelassen. Einige sehr schnell, andere brauchten ein paar Kursstunden, um sich an die Tiere zu gewöhnen.

Man sieht den Schülern auf dem Reitplatz an, dass sie die Zeit mit den Tieren genießen. Sie sind immer in Bewegung und können es kaum abwarten, auf die Pferderücken zu steigen und die Vierbeiner durch den Parcours zu führen.

„Die Kinder erleben hier Erfolge, die ich ihnen im schulischen Alltag nicht bieten kann“, sagt Lehrerin Rohde. Oft verbinden Kinder die Schule als einen Ort, der durch Leistungsdruck geprägt ist. „Auf der Ranch konnte ich meine Schüler in einer anderen Umgebung erleben und Stärken entdecken, die im Klassenraum bislang verborgen blieben.“ So sei auch eine andere Herangehensweise in der Schule möglich. „Ich kann zu den Kindern sagen: Du bist auf einem großen Pferd geritten, die Aufgabe schaffst du jetzt auch.“ Durch den Kurs seien die Kinder viel selbstbewusster geworden und beteiligten sich häufiger im Unterricht. „Sie werden mutiger und trauen sich viel mehr zu.“

Durch kleine Spiele werden die Kinder motorisch geschult. Während Jonas Iglauer und Joelina Bachmann auf den kleinen Ponys Frodo und Erna sitzen, müssen sie gleichzeitig Bälle in große blaue Tonnen werfen. „Das hat mir am besten gefallen“, erzählt Isak Ermann. Getroffen habe er aber nur einmal. Als es von Lehrerin Rohde „Abfahrt“ heißt, flitzt Justus Dithmar noch einmal zurück zu den Pferden. „Ich muss doch noch Sun-Down füttern“, sagt er und kramt aus seinem Rucksack eine Tüte mit zwei Äpfeln.

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