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Prädikat für Wichtellöcher: Höhlen in Uttershausen zum Geotop des Jahres gekürt

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Von: Christina Zapf, Michael Meinicke

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Die „Wichtellöcher“ bei Wabern wurden auch prämiert sind einen Ausflug wert.
So sehen sie aus: Die Wichtellöcher in Wabern haben die Auszeichnung Geotop des Jahres 2022 erhalten. © Geopark Grenzwelten

Das Projektbüro des „Nationalen Geoparks Grenzwelten“ prämiert jährlich das Geotop des Jahres. Diesmal ging die Auszeichnung sowohl an die Wichtellöcher am Ufer der Schwalm in Wabern als auch an die Weiße Kuhle in Marsberg, im Hochsauerlandkreis.

Uttershausen – Beide Geotope lagen bei der Überprüfung und Abstimmung gleichauf, berichtet Maximilian-Malte Paul, vom Geopark. Sie seien geologisch besonders wertvoll und sehr schöne Ausflugsziele im Geopark. Irene Hämel, Vorsitzende des Kulturkreises Wabern, sowie die Mitglieder Werner Arndt und Heinrich Gröger nahmen die Urkunde entgegen. Insbesondere der im vergangenen Jahr verstorbene Horst Schattner aus Wabern hatte viel zur Historie der Wichtellöcher geforscht.

Wichtellöcher

Die Gesteine, in denen sich die Wichtellöcher befinden, entstanden zur Zeit des Muschelkalks vor ca. 242 bis 235 Millionen Jahren. Im urzeitlichen Meer abgelagert, bestehen sie vor allem aus Kalk und Mergel. Freigelegt wurden diese Gesteine erst deutlich später in der Erdneuzeit, als die Schwalm am Prallhang des Südhangs des Dosenbergs die alten Gesteine herauserodierte und durch die Auswaschung die beiden benachbarten Höhlen entstanden – die heutigen Wichtellöcher.

Die beiden Löcher sind etwa 50 bis 70 Zentimeter hoch und etwa 50 Zentimeter breit und liegen rund zwölf Meter auseinander. Der Sage nach dienten die Wichtellöcher als Stollen-Ein- und Ausgänge für die Wichtel, die dort Gold lagerten. Die Wichtellöcher im Wabener Ortsteil Uttershausen sind gut erreichbar mit dem Auto oder Fahrrad über den Feldweg zwischen Uttershausen und Lendorf oder über eine kleine Wanderung entlang der Schwalm. Eine Geopark-Führung zu den Wichtellöchern ist in Planung.

Geotope

Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde oder des Lebens vermitteln. Erhaltenswürdig sind Geotope, wenn sie sich durch ihre besondere erdgeschichtliche Bedeutung, Seltenheit, Eigenart oder Schönheit auszeichnen.

Für Wissenschaft, Forschung und Lehre sowie für Natur- und Heimatkunde sind sie Dokumente von besonderem Wert. Bei einer möglichen Gefährdung sollen sie einen rechtlichen Schutz (als Bodendenkmal oder Naturdenkmal) erfahren.

Geopark

Der Nationale Geopark Grenzwelten umfasst mit seiner Fläche von 3700 Quadratkilometern eine geologisch abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft im Grenzgebiet zwischen Nordhessen und Nordrhein-Westfalen. Von den Gipfelregionen des Sauerlands und des Kellerwalds bis hinunter in die Täler und Becken der Hessischen Senke bieten sich dort Einblicke in 400 Millionen Jahre Erdgeschichte und die Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft.

Neben vielen weiteren Stationen gehören zum Geopark etwa die Steingrabkammer bei Züschen, der Keltenpfad an der Altenburg bei Bad Zwesten und Wabern mit seinen Kiesabbaugebieten und den Ederauen. Das Geopark-Team will einige Projekte begleiten. Im Landkreis ist auch eine engere Zusammenarbeit mit dem Hessischen Braunkohle Bergbaumuseum Borken und dem Regionalmuseum Fritzlar werde angestrebt, heißt es. (Christina Zapf und Michael Meinicke)

Info: geopark-grenzwelten.de

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