Zur Rast in die Ederaue: Hunderte Kraniche machten im Landkreis Station

Ihr Aufenthalt war von kurzer Dauer: Mehr als 300 Kraniche stärkten sich in der Ederaue bei Wabern – bis sie von einem Landwirt verscheucht wurden. Foto: privat

Wabern. 500 rasteten am Südufer des Gombether Sees, 300 waren in der Ederaue bei Wabern und 280 wurden bei Roppershain gesichtet: Viele Kraniche machen in diesen Tagen im Schwalm-Eder-Kreis Station. 41 Beobachtungen wurden seit Jahresbeginn in der Datenbank www.ornitho.de gemeldet.

Neben den drei großen Gruppen wurden viele Kleingruppen auf Feldern und Flussauen von Schwalm und Eder sowie bei Gilserberg gesehen.

Dass Anfang Januar viele Kraniche in der Region Halt machen, ist für Stefan Stübing eine Folge der außergewöhnlich milden Witterung bis zum Jahreswechsel. Sie habe die Kraniche in Ostdeutschland zu Überwinterungsversuchen verleitet. „Mit der Kältephase sind sie doch noch in Richtung Süden abgezogen und hier in das für einen erfolgreichen Weiterzug sehr ungünstige Schlechtwetter geraten“, erklärt der Vorsitzende der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz im Schwalm-Eder-Kreis (HGON).

Kraniche seien schließlich Sichtflieger und nicht in der Lage, sich am Magnetfeld zu orientieren. „In einer solchen Situation rasten die Kraniche typischerweise bis das Wetter wieder besser ist“, sagt Stübing. Aus einem kurzen Stopp könnten aber auch längere Aufenthalte werden, wenn die Bedingungen günstig sind und die Tiere einen sicheren Schlafplatz im Flachwasser haben und nicht gestört werden.

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