Demonstration vor der Zuckerfabrik Wabern 

Rübenbauer machen jetzt Druck

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Über 100 Landwirte, Mitarbeiter der Zuckerfabrik und Gewerkschaftsvertreter protestierten am Freitag vor den Toren der Waberner Zuckerfabrik.

Mit der Mahnwache protestierten sie gegen die Pläne der Südzucker AG, die Werke in Warburg  und in Brottewitz (Elbe-Elster-Kreis) zu schließen.

Bei der Demonstration dabei war auch Waberns Bürgermeister Claus Steinmetz. Er erklärte, die Verarbeitung von Zuckerrüben habe in Wabern eine lange Tradition. Der Rübenanbau und die Zuckerherstellung seien eng mit der Region verbunden. Ohne die Zuckerrübe könne man sich Wabern nicht vorstellen. Doch nur durch einen fairen Wettbewerb könne die weiße Dampffahne aus dem Schornstein der Fabrik noch lange über Wabern sichtbar sein.

Dem pflichtete der Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Hajo Rübsam, bei. Die Zuckerrübe habe Tradition in Wabern und das müsse so bleiben.

Gesamtbetriebsrat Südzucker und Betriebsrat in der Zuckerfabrik in Wabern, Rolf Wiederhold, blickte auf die Entwicklung der vergangenen zwölf Jahre zurück. Ziel der Zuckermarktreform im Jahre 2006 sei gewesen, dass sich Länder mit wenig guten Anbaugebieten aus dem Rübenanbau zurückzögen. Nun müsse man feststellen, dass „es in Europa keinen fairen Wettbewerb gibt“. In nahezu allen Ländern der EU erhielten die Landwirte Zusatzzahlungen. Das führe zu Wettbewerbsverzerrungen, die den Bestand der Rübenbauern und der Fabriken in Deutschland gefährden. Wiederhold forderte die Politik auf, dafür zu sorgen, dass europaweit faire und gleiche Bedingungen herrschen.

Dem pflichtete auch Andreas Kampmann, Geschäftsführer der NGG Nord- und Mittelhessen, bei. Die geplante Schließung der Werke in Warburg und Brottewitz seien die Folgen einer verfehlten Agrarpolitik. Diese Fehler bedrohten Arbeitsplätze. Und das wolle die Gewerkschaft nicht hinnehmen. Durch das Ende der Zuckermarktordnung seien bereits mehrere Fabriken geschlossen und viele Arbeitsplätze verloren gegangen.

Betroffen von der Krise auf dem europäischen Zuckermarkt sind 28 000 Landwirte und 5000 Beschäftigte in der Zuckerwirtschaft. Sie fürchten um ihre Zukunft und ihre Existenz.

Bei Protesten haben sich über 8500 Landwirte und Beschäftigte für faire Wettbewerbsbedingungen auf dem EU-Zuckermarkt eingesetzt.

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