Ständig bricht der Film ab

Anwohner im Neubaugebiet Niedermöllrich sind enttäuscht über das schlechte Internet

Ärgern sich über den schlechten Internetempfang im Ort: die Nachbarschaft im Niedermöllricher Neubaugebiet mit vorn von links Alexander Brencher und Lars Hundertmarkt.
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Ärgern sich über den schlechten Internetempfang im Ort: die Nachbarschaft im Niedermöllricher Neubaugebiet mit vorn von links Alexander Brencher und Lars Hundertmarkt.

Viele Anwohner im Neubaugebiet in Niedermöllrich sind enttäuscht. Ihnen sei im Zuge des Grundstücksverkaufes vor rund eineinhalb Jahren zugesichert worden, dass sie in ihrem neuen Zuhause bestens ans Internet angeschlossen seien. Doch Alexander Brencher und einige seiner Nachbarn stellen fest: Daraus ist nichts geworden.

„Die Gemeinde Wabern hat uns versprochen, dass wir uns bezüglich der Internetverbindung keine Gedanken machen müssten.“ Ein guter Netzausbau sei den Anwohnern versprochen worden. Doch jetzt sitzt Brencher in an seinem Heimarbeitsplatz und surft mit einer 1000er-Leitung. „Das kann man vergessen“, sagt der Niedermöllricher. Nur eines von knapp 20 Häusern sei an die von der Netcom ausgebaute Leitung angeschlossen, die das Surfen mit einer 50 000er-Leitung ermögliche. „Ich denke, dass unterdimensioniert ausgebaut wurde“, sagt Brencher.

Nun reiche es ihm und seiner Nachbarschaft im Neubaugebiet. „Wir wollen eine Petition starten und Unterschriften sammeln.“ Der Appell an die Gemeinde: „Wir möchten, dass die Verwaltung aktiv wird und das Verbindungskabel erweitert.“

Katharina Müller, die ebenfalls im Neubaugebiet wohnt, bestätigt: „Wenn wir mal einen Film gucken wollen, bricht der mindestens drei Mal ab.“ Die Frage, die sich auch viele weitere Anwohner stellen: Wieso ist das Neubaugebiet mit Kupfer ausgebaut worden und nicht gleich mit Glasfaser? „In ein paar Jahren eine nagelneue Straße für einen Ausbau aufzureißen, das ergibt doch überhaupt keinen Sinn“, sagt auch Lars Hundertmarkt aus Niedermöllrich.

Zwar habe die Waberner Gemeinde betont, dass der flächendeckende Glasfaserausbau auch in den Ortsteilen der Rübengemeinde kommen wird. Doch wann, das bleibe offen. „Es gibt keine greifbare Zeitangabe“, kritisiert Brencher. Einerseits für junge Familien zu werben und andererseits nicht mit gutem Internetanschluss punkten zu können – das passe seiner Meinung nach nicht zusammen.

Frank Trautmann vom Bauamt in Wabern hat Verständnis für die Menschen im Neubaugebiet Niedermöllrich. Dennoch sagt er auf HNA-Anfrage: „Ich verspreche nichts.“ Womöglich habe er gesagt, dass Niedermöllrich an Glasfaser angeschlossen werde. Warum ausgerechnet das Neubaugebiet allerdings ausgelassen worden sei, könne er selbst nicht sagen. Es sei nur zu vermuten, dass es „Versäumnisse bei der Datenübermittlung“ gegeben habe – sprich: dass das Neubaugebiet vonseiten der Telekommunikationsunternehmen nicht bedacht worden sei.

Einen Tipp könne Trautmann den Anwohnern zwar nicht geben. Aber: „Es gibt eine Zielnetzplanung.“ Gutes Internet soll also in den kommenden Jahren für alle bereitstehen. Den Ausbau der Straße und das Verlegen der neuen Kabel werde man dann sinnvoll miteinander verbinden, darauf könnten sich die Menschen verlassen, erklärt der Bauamtsleiter. Doch wann, das bleibt weiter unklar. Für die Anwohner des Neubaugebietes jedenfalls ist das nur eine sehr unbefriedigende Aussicht.

Das sagt die Telekom

Laut George-Stephen McKinney, Pressesprecher der Telekom, ist die Netcom Kassel für den Ausbau der Leitungen verantwortlich. Diese war bis Redaktionsschluss allerdings nicht für eine Aussage zu erreichen. McKinney sagt: „Die Telekom wird in Niedermöllrich nicht selbst ausbauen.“ Plan B für die Anwohner wäre ein Satellitenanschluss.

Der Grund dafür, dass ein Haus im Neubaugebiet besseres Internet habe als die anderen, liege daran, dass das Querkabel, das das Wohngebiet mit gutem Internet versorgen könnte, bereits voll beschaltet ist. Nur noch ein Kunde habe eben das Glück gehabt. Eine bessere Verbindung für jeden Einzelnen könne es nur geben, wenn eine eigene Glasfaserleitung ins Haus gelegt würde. Das verursache natürlich hohe Kosten. (Daria Neu)

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