Statt Virus soll Stimmung anstecken

Erste Zeltkirmes in Uttershausen unter 2-G-Regeln – 800 Menschen feiern

Freuen sich über das volle Festzelt: Moritz Koch (links) und Maurice Richter vom Kirmesteam Uttershausen-Udenborn.
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Freuen sich über das volle Festzelt: Moritz Koch (links) und Maurice Richter vom Kirmesteam Uttershausen-Udenborn.

Feiern ohne Maske, tanzen ohne Abstand, gezapftes Bier: All dies gab es am Wochenende bei der Kirmes in Uttershausen – die erste in der Region unter 2-G-Regeln (geimpft/genesen).

Uttershausen - Eine dichte Schlange junger Menschen um kurz vor elf am Samstagabend vor dem Einlass ins Kirmeszelt, Trauben von Jugendlichen schon auf dem Weg dorthin zwischen den dicht geparkten Autos. Wer sich im Ort nicht auskannte, brauchte nur der Musik zu folgen.

„Die Leute freuen sich, endlich mal wieder zu feiern, irgendwann musste es mal wieder losgehen“, sagt Maurice Richter beim Eintritt ins Festzelt. Er ist dort Kirmespapa, leicht zu erkennen am Zylinderhut. Dass er nicht allein so denkt, beweisen 800 feierwütige Gäste im Zelt. Doch zuerst wird an zwei Eintrittskassen kontrolliert – nur wer nachweisen kann, geimpft oder genesen zu sein, bekommt für acht Euro ein Bändchen und Einlass. Während Saskia Gerlach kassiert, achtet die Security aus Felsberg mit darauf, dass sich alle an die Regeln halten.

„Passen Sie auf. Das kann jetzt seltsam wirken“, warnt Richter kurz vom Eintritt ins Zelt. Drinnen ein Meer unmaskierter junger Menschen, glückliche Gesichter überall. Ungewohnt wirkt das, seltsam und faszinierend zugleich. Doch nach dem ersten Glas Licher wird wohl jeder locker und die gute Laune im Zelt überträgt sich sofort. Für Sina Globalla und Shirley Scheidemann ist es zwar immer noch „richtig cool“, aber nicht ungewohnt – sie kennen das Feiern unter 2-G bereits aus den wiedereröffneten Clubs in Kassel. „Schön, dass endlich wieder Normalität einkehrt“, sagen die 22-Jährigen aus Borken.

Aus Harle, Singlis, Mehlen und Großenenglis sind Burschenschaften angereist, insgesamt 30 an der Zahl, sagt Richter. Die meisten haben sich gleich ein Fass kommen lassen. Trotzdem haben die Mädels und Jungs hinter der Theke alle Hände voll zu tun, die Gläser zu füllen – auch die Bewirtung stemmt das Kirmesteam fast allein. 26 junge Menschen gehören zum Kirmesteam. „Wir hatten sogar acht Neuzugänge“, freut sich Richter.

„Alle Arme in die Höhe“, fordert am anderen Ende des proppenvollen Festzelts Sängerin Maya von der Band Bayernmafia die Kirmesgäste auf, und die lassen sich das nicht zweimal sagen. „Weiß der Geier oder weiß er nicht – ganz egal ich liebe Dich“, singt die Menge mit, es gibt dort niemanden, der sich von der Partystimmung nicht anstecken lässt. Wolfgang Petry, Nena, DJ Ötzi oder Dorfrocker – die fünfköpfige Band aus Bayern covert alles, was für Stimmung sorgt – „die Hände zum Himmel und lasst uns fröhlich sein“. „Himmlisch feiern“ steht auch auf dem kleinen Banner, der an Decke des Festzelts hängt. Am Abend zuvor hat bereits Tommy Fieber aus Großenenglis für Stimmung gesorgt, gut 500 Leute waren da.

Und das alles nach nur vier Wochen Organisation. „Als die 2-G-Regel am 16. September raus kam, haben wir uns spontan dazu entschlossen“, sagt Kirmespapa Richter – und kann es selbst noch nicht ganz fassen, dass nach dem Lockdown im vergangenen Jahr all dies wieder möglich ist. (Kerstin Diehl)

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