Feuerwehr kam mit Drehleiter

Storch hackte auf Jungtiere ein: Nachwuchs schwer verletzt

Schwer verletzt: Die Jungstörche müssen wieder aufgepäppelt werden.

Wabern. Zu einem dramatischen Zwischenfall ist es im Storchenhorst Blecher in Wabern gekommen: Ein Storch vom Horst Ederaue hat die sechs Wochen alten Jungtiere angegriffen.

Drei der Jungtiere wurden schwer verletzt. Diese Übersprunghandlung kommt gelegentlich bei Weißstörchen mit Brutverlust vor und hat meist tödliche Folgen, sagt Andrea Krüger-Wiegand von der Storchenstation Wabern. Der Storch habe selbst vor kurzer Zeit einen Brutverlust erlitten. Er hat den Horst schon länger beobachtet und gewartet, bis die Jungstörche alleine waren. Eine halbe Stunde habe der Storch am Mittwoch auf dem Horst gesessen und mit dem Schnabel auf die Kleinen eingehackt.

Doch der aggressive Storch blieb nicht unbeobachtet. Die Horsteigentümer haben ihn verscheucht und die Feuerwehr alarmiert. Mit Hilfe der Drehleiter der Feuerwehr Fritzlar wurden die verletzten Jungstörche aus dem Horst geborgen.

Ein Storch konnte nach Versorgung der Wunden zurück zu den Elterntieren, die anderen drei werden in der Storchenstation aufgepäppelt. Sie bekommen Antibiotika.

Die Retter kommen mit der Drehleiter: Die Feuerwehr Fritzlar ist zu dem Horst ausgerückt. Fotos: nh

Zurück in den Horst können sie nicht. „Die Alten nehmen sie nach einer Woche nicht mehr an“, erklärt. Krüger-Wiegand. Zudem sei die Gefahr zu groß, dass die Jungtiere aus dem Horst springen. Bis die Jungstörche wieder fit sind, wird es einige Wochen dauern. Sie müssten die Nahrungssuche trainieren und sich langsam entwöhnen.

Erst dann können sie ausgewildert werden, sagt Krüger-Wiegang. Sie ist nach dem Zwischenfall geschockt. „Ich habe damit gerechnet, dass es eines Tages einen Unfall geben wird, aber nicht mit so etwas“, sagt sie. Am Donnerstag wurden die Jungtiere beringt und nach ihren Helfern benannt: Sie heißen Claus (nach Gemeindebrandinspektor Claus Steinmetz), Doris (nach Horstbesitzerin Doris Blecher) und Mizo (nach dem Feuerwehrmann im Rettungskorb).

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