An Grundschule in Wabern

Störchin will an Schule nisten - doch ihr Versuch endet tödlich

Wollten auf dem Schornstein der Reiherwaldschule in Wabern nisten: Das ist das Storchenpaar, bevor ihr Horst entfernt wurde und die Störchin (rechts) durch einen Revierkampf mit einem anderen Storch ums Leben kam.
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Wollten auf dem Schornstein der Reiherwaldschule in Wabern nisten: Das ist das Storchenpaar, bevor ihr Horst entfernt wurde und die Störchin (rechts) durch einen Revierkampf mit einem anderen Storch ums Leben kam.

Storch in Nordhessen: Eine Störchin wollte an der Grundschule in Wabern nisten. Der Versuch nahm allerdings ein trauriges Ende.

  • Eine Storchenpaar wollte an einer Grundschule in Wabern nisten.
  • Das Nest musste allerdings entfernt werden.
  • Die Störche gaben nicht auf, doch der zweite Versuch endete tödlich.

Ein Storchenpaar hat sich kürzlich den stillgelegten Schornstein der Grundschule in Wabern als Nistplatz ausgesucht. Doch die Geschichte endet traurig: Das Nest musste entfernt werden und ein Storch starb durch den Revierkampf mit einem Artgenossen.

Andrea Krüger-Wiegand von der Storchenstation der Gemeinde hat das Storchenpaar erstmals am 18. März gesichtet, neun Tage später hat sie beobachtet, wie die beiden Wildvögel mit ihrem Nestbau auf dem Schornstein der Schule begonnen. Darüber seien auch Schulverwaltung und Nabu informiert worden.

Storch in Nordhessen: Naturnester werden nur aus Sicherheitsgründen entfernt

Die Storchen-Expertin erklärt, dass Naturnester eigentlich nicht entfernt würden: „Wenn es aus Sicherheitsgründen doch notwendig ist, muss man handeln, bevor die Störchin ihre Eier legt.“ Im Falle der Waberner Schule habe Brandgefahr bestanden, da der zweite Schornstein der Pelletheizung noch arbeitet. Das sei auch für die Wildvögel gefährlich gewesen. In Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde gab der Nabu schlussendlich die Genehmigung zur Entfernung des Horsts und ein Dachdecker beseitigte das Nest unter Aufsicht der Tierschützerin.

„Keine halbe Stunde hat es gedauert, bis die Wildvögel erneut über der Schule kreisten und ein zweites Mal mit dem Nestbau auf dem Schornstein beginnen wollten“, so Krüger-Wiegand. Die Störche waren also schneller als erwartet und man konnte keine Vorkehrungen treffen, um den Schornstein für die Vögel als Nistplatz unattraktiv zu machen. Vergrämen nennt man dieses Vorgehen im Fachjargon.

Storch in Nordhessen: Fünf Storchenpaare in Wabern

In Wabern nisten derzeit in einem Naturhorst und drei künstlich angelegten Plätzen vier Storchenpaare. Dazu kommt das Pärchen der Reiherwaldschule. Störche bauen ihre Nester auf möglichst hohen Punkten und meist in der Nähe anderer Storchenpaare. „Sehen die Wildvögel, dass ihre Artgenossen nisten, schließen sie daraus, dass die Umgebung dazu gut geeignet ist und lassen sich dann auch selbst dort nieder“, erklärt Krüger-Wiegand.

„Der Nahrungsbedarf einer Storchenfamilie ist enorm hoch. Wenn ein Storchenpaar im Schnitt fünf Küken ausbrütet, brauchen Elterntiere und Küken pro Tag rund sechs Kilo Nahrung“,sagt die Expertin. „Storche leben eigentlich in Feuchtgebieten und ernähren sich beispielsweise von Kröten.“ Das fehle in Wabern aber und so komme es zu Futtermangel.

Storch in Nordhessen: Revierkämpfe wegen Futtermangel

Deshalb gebe es regelmäßig Revierkämpfe unter den Wildvögeln, die teils tödlich enden. Bei einem solchen Revierkampf sei die Störchin wohl letztendlich ums Leben gekommen, sagt die Expertin.

Das zweite Nest sei ebenfalls während solch eines Kampfes von anderen Störchen vom Schornstein geschubst worden.

Storch in Nordhessen Enttäuschung in der Reiherwaldschule

Für große Enttäuschung hat die Geschichte rund um das Storchenpaar bei der Schule am Reiherwald selbst gesorgt. Die stellvertretende Schulleiterin Sylvia Schönhut sagt: „Wir haben uns alle sehr über das nistende Storchenpaar gefreut, schließlich sind wir eine Umweltschule.“ Man sei ein bisschen traurig darüber, dass es keine Lösung gab, bei der die Störche weiterhin in Schulnähe hätten nisten können.

„Trotz allem ging es uns als Umweltschule natürlich ausschließlich um das Wohl der Tiere. Dass nun ein Wildvogel so tragisch ums Leben kam, bedauern wir sehr“, ist ihr Fazit.

Von Theresa Lippe

Erst vor kurzem hatte ein Storch in Wabern Probleme: Das Tier starb an seinen schwere Verletzungen - seine Knochen waren 20 Mal gebrochen.

Auch im Edertal in Waldeck-Frankenberg nisten regelmäßig Störche.

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