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Tag der Offenen Tür in der Moschee in Wabern: Ausstellung zu Frauen im Islam

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Von: Christina Zapf

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Laden ein zum Tag der Offenen Tür in derBait-ul-Muqiet Moschee in Wabern: von links Rameza Monir und Samina Nadeem. Zu sehen gibt es auch eine Ausstellung zur Rolle der Frau im Islam.
Laden ein zum Tag der Offenen Tür in der Bait-ul-Muqiet Moschee in Wabern: von links Rameza Monir und Samina Nadeem. Zu sehen gibt es auch eine Ausstellung zur Rolle der Frau im Islam. © Christina zapf

Besucher sind beim Tag der Offenen Tür in der Moschee in Wabern willkommen. Zu sehen gibt es unter anderem eine besondere Ausstellung zur Rolle der Frau im Islam.

Wabern – Die wichtigste Regel gleich vorweg: Schuhe aus. Der Grund: Die Gebetsräume der Bait-ul-Muqiet-Moschee, die als einzige in Deutschland und in Europa vollständig aus Lehmsteinen erbaut wurde, sind mit Teppichen ausgelegt, auf denen die Gläubigen zum Beten knien. Die Waberner Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde lädt am Montag, 3. Oktober, von 10 bis 18 Uhr zum Tag der Offenen Tür in der Moschee ein.

Seit der Eröffnung der Moschee im Jahr 2007 ist die Veranstaltung, die einen Einblick in den muslimischen Glauben geben soll, an diesem Tag Tradition. Diesmal gibt es neben der üblichen allgemeinen Ausstellung zum Islam auch eine Ausstellung zur Rolle der Frau im Islam. Mitglieder der Frauenorganisation der Waberner Ahmadiyya-Gemeinde haben die Plakate entworfen, die im Gebetsraum der Frauen gezeigt werden. „Viele Waberner waren schon da und haben die übliche Ausstellung bereits gesehen“, sagt Rameza Monir, die sich an der Konzeption der neuen Ausstellung zur Rolle der Frau im Islam beteiligt hat. „Vor Corona hatten wir zwischen 200 und 300 Besucher“, erinnert sich Monir. Im vergangenen Jahr kamen trotz Pandemie immerhin rund 80 Gäste.

„Wir dachten, die Rolle der Frau im Islam interessiert die Menschen. In der Vergangenheit haben wir viele Fragen dazu gestellt bekommen“, sagt Monir. Die 26-Jährige hat sich laut eigener Aussage aus freien Stücken entschieden, ein Kopftuch zu tragen. „Viele Leute haben Vorurteile“, sagt sie. Am Tag der offenen Tür könnten Moschee-Besucher sie gerne nach ihren Beweggründen fragen.

Tag der offenen Tür in der Moschee in Wabern: Einblick in den Islam

Aktuell demonstrieren viele Iraner, weil eine junge Frau von der Sittenpolizei festgenommen worden war. Der Grund: Mahsa Amini soll ihr Kopftuch nicht den Regeln entsprechend getragen haben. Mahsa ist vermutlich an den Folgen von Schlägen durch Sittenpolizei gestorben. Zu den strengen Regeln, die im Iran insbesondere für Frauen gelten sagt Monir: „Das Aufzwingen des Kopftuchs hat nichts mit den wahren Lehren des Islam zu tun.“ Im Koran gebe es zwar das Gebot, ein Kopftuch zu tragen. Es ist laut Monir jedoch die alleinige Wahl jeder Muslima sich dafür oder dagegen zu entscheiden. 

Teil der Ausstellung zur Rolle der Frau im Islam sind Plakate über starke weibliche Persönlichkeiten – darunter Gefährtinnen von Mohammed, aber auch Maria. An ihnen solle verdeutlicht werden: Das Vorurteil, der Islam unterdrücke Frauen, stimmt nicht. Die neue Ausstellung will auch zeigen, dass Frauen im Islam, schon zu Zeiten von Mohammed Rechte zugestanden bekamen, die sie sich in anderen Kulturen viel später erst erkämpfen mussten. Als Beispiel nennt Monir das Recht auf Scheidung und auf ein eigenes Einkommen.

„Der Prophet hat der Frau den gleichen Rang gegeben wie dem Mann“, sagt die 26-Jährige. Allerdings werde das in einigen islamischen Ländern nicht so gesehen. Die dortigen Traditionen und Regeln, die Frauen unterdrücken, stimmten nicht mit der Lehre Mohammeds überein und seien ein Rückschritt.

Tag der Offenen Tür in der Moschee in Wabern: Der Koran und die Wissenschaft

In einer „Wissenschaftsecke“ können Moschee-Besucher laut Monir beispielsweise erfahren, dass im Koran bereits die verschiedenen Stadien der menschlichen Embryonalentwicklung angesprochen werden, bevor diese von der Wissenschaft erforscht werden konnten. Außerdem werde das Fasten während des Ramadans angesprochen und auf die Behauptung eingegangen, über den Tag hinweg nichts zu essen und zu trinken, sei ungesund. Laut Monir gibt es Erkenntnisse, dass das Fasten die Autophagie unterstützt – einen Prozess im Körper, bei dem unter anderem krankhafte Zellbestandteile abgebaut werden.

Außerdem gibt es am Tag der Offenen Tür in der Waberner Moschee auch Unterhaltung für Kinder und Frauen können ausprobieren, wie es sich anfühlt, ein Kopftuch zu tragen. Es gibt Speisen und Getränke. An einem Waffelstand werden Spenden für die Fluthilfe in Pakistan gesammelt. (Christina Zapf)

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